Lößnitz

[526] Lößnitz, 1) Fabrikstadt des fürstlich Schönburg-Hartensteinschen Amtes Stein im königlich sächsischen Kreisdirectionsbezirk Zwickau; Amtssitz, Superintendur, 2 Kirchen, Sonntagsschule, Gewerbverein, Streichgarnspinnereien, Tuch- u. Kattunfabriken, Weberei (auch in Seide), Strumpfwirkerei, Spitzenklöppelei u. Ausnäherei, Fabrikhandel, Schieferbrüche; 5030 Ew.– L. ist Gründung der Sorbenwenden u. gehörte ursprünglich zur Grafschaft Hartenstein (s.d. 3), seit 1707 aber zur Herrschaft Stein; trieb ehedem Bergbau u. war bis 1740 Sitz eines Bergamts, sowie im 13. Jahrh. einer burggräflich Meißnischen Münze. Hauptbrände 1380, 1521, 1527, 1616, 1638, 1806, 1809 u. 1829. Vgl. Ösfeld, Lößnitzer Chronik, Halle 1776. 2) Die Ortschaften Ober-L. (nebst Hof-L.) mit 590 Ew. u. Nieder- L. mit 670 Ew., imkönigl. sächsischen Gerichtsamt u. Kreisdirectionsbezirk Dresden, bilden den Centralpunkt des sächsischen Weinbaues, mit vielen Villen auf den Privatweinbergen; den Gipfel des königlichen Weingebirges aber, od. den sogenannten Hof- L., krönt das gethürmte Spitzhaus, wo ebedem die sächsischen Regenten fröhliche Winzerfeste zu halten pflegten. In Nieder- L. ist auch eine Actiensavrik mussirender Weine (künstlicher Champagner), eine private, Handelslehranstalt u. ein Anhaltepunkt der Leipzig-Dresdner Eisenbahn; in dem nahen Schlosse Wackerbartsruhe aber eine Privat-Krankenanstalt.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 526.
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