Lotichĭus

[534] Lotichĭus, 1) Peter, geb. 1501 in Schlüchtern; wurde 1534 Abt des Klosters Einsiedel daselbst, führte bis 1542 die Reformation daselbst ein u. st. 1567. 2) (L. Secundus), Peter, geb. 2. Nov. 1528 in Schlüchtern; hatte sich durch Studien vielseitig gebildet, wurde im Religionskriege Soldat, erhielt 1548 seinen Abschied, machte Reisen in Frankreich u. Italien, lebte dann in Würzburg als Arzt, ging 1557 als Leibarzt u. Professor der Medicin nach Heidelberg u. st. 7. Nov. 1560. Er gehört zu den geachtetsten neulateinischen Dichtern u. schr.: Poemata, Par. 1551, 5. Ausg. von Hagen, ebd. 1603, von P. Burmann, Amst. 1754, 2 Thle., Kretschmar, Dresd. 1773, von Friedemann, Lpz. 1840; deutsch von Kößlin, Halle 1826. 3) Johann Peter, Neffe des Vorigen, geb. 1598 in Nauheim; wurde 1624 gräflich hananischer Hofmedicus, später Professor in Rinteln, Marburg u. Herborn, zuletzt in Frankfurt kaiserlicher Rath u. Historiograph des Kaisers Ferdinand III. u. st. das. 1669. Auch als lateinischer Dichter bekannt; er schr.: Vademecum s. Epigrammata nova, Frankf. 1625; Bibliotheca poetica, ebd. 1625–28, 4 Thle.; Poemata, Marburg 1640; Res german. ab ann. 1517–43 gestae, ebd. 1846–50, 2 Thle.; auch gab er den 5. Theil des Theatrum Europaeum, ebd. 1647, heraus u. schrieb mehrere medicinische Schriften, z.B. De casei nequitia, Frankf. 1843.[534]

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 534-535.
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