Würzburg [1]

[432] Würzburg, ehemaliges, in der Stadt Würzburg residirendes, reichsfreies Bisthum; 87 QM., 260,000 Ew., mit 500,000 Gulden Einkünfte u. von einem Fürstbischof regiert; Wappen: ein längs getheiltes Schild, in welchem links drei Spitzen quer in rothem Felde stehen, rechts steht in blauem Felde eine rothe u. silberne, vierfach getheilte Fahne mit goldenem Speer. Das Bisthum wurde 1802 secularisirt u. 1803 zum Theil an Baiern dann 1805 an den Großherzog Ferdinand von Toscana gegeben u. kam 1814 wieder an Baiern. – In W. predigte der Sage nach zuerst St. Kilian, der Schutzpatron des Stifts, zu Ende des 7. Jahrh. das Christenthum u. soll namentlich den Iberius u. dessen Gemahlin Mechild zu Veitshochheim bei W. bekehrt haben. Nach Kilians Tode (689) verkündigte mit dauerndem Erfolge St. Burkhard I., Verwandter des Bischofs Bonifacius von Mainz, das Evangelium hier u. wurde 741 erster Bischof von W. Er war einer der fränkischen Abgesandten, welche beim Papst Zacharias die Absetzung Childeberts u. die Ernennung Pipins zum König der Franken betrieben, wofür ihm der König, nach dem Tode des Herzogs Hetenus, die Stadt W. 752 schenkte. 753 ging er in ein Kloster u. sein Nachfolger wurde Megingaud (Megingoz, Maingut), Graf von Rotenburg, welcher zwischen 774 u. 785 im hohen Alter ebenfalls niederlegte u. Abt des Klosters zu Neustadt wurde; ihm folgte Bernwulf, vor dessen Strenge mehre Domherren u. Mönche zu Megingand gingen, mit welchem der Bischof deshalb viel Streit hatte; er st. 800; seine Nachfolger waren: Leutherich, Karls d. Gr. Kaplan, 804 Egilward, 810 Wolfgar, 832 Humbert, 842 Goßwald, vorher Abt zu Altaich, unter welchem der Dom abbrannte; 855 St. Arno, welcher den Dom wieder aufbaute u. unter Heinrich von Babenberg gegen die Normannen stritt, aber im Kriege des Kaisers Arnulf gegen die Slawen in Sachsen während der Messe von zwei feindlichen Soldaten erschlagen wurde; 892 Rudolf, Graf von Rotenburg. Abt zu Hirschau, welcher seit 902 in blutiger Fehde mit den Babenbergern lag, wobei das Bisthum sehr beschädigt wurde; 907 Dietho (Dietrich), Graf von Castell, unter welchem der Dom wieder abbrannte; 931 Burkhard II., Graf von Henneberg, Abt von Hersfeld; 941 Poppo I., Sohn des Burggrafen Heinrich von W., Vetter des Kaisers Otto I., von welchem der würzburgische Clerus die Erlaubniß erhielt den Bischof selbst zu wählen; 961 Poppo II., des Vor. Verwandter, 984 Hugo, Graf von Rotenburg, Kaplan des Kaisers Otto II.; 990 Bernhard, Graf von Rotenburg, war 995 bei der Gesandtschaft, welche für Kaiser Otto III. in Constantinopel um die Tochter des Kaisers Constantin Porphyrogenitus warb, u. st. in Achaia; 995 Heinrich I. (Hezelin), Graf von Rotenburg, welcher viel für die Vergrößerung des Bisthums that; 1018 Meinhard I., Graf von Rotenburg, Rath des Kaisers Heinrich II., durch welchen das Bisthum die Münzgerechtigkeit erhielt; 1034 St. Bruno, ein Verwandter des Kaisers Konrad des Saliers, er begleitete denselben zur Belagerung Mailands u. wurde 27. Mai 1045 auf einer Reise zum König Peter von Ungarn von einem einstürzenden Saale zu Pörsenburg an der Donau erschlagen; 1045 St. Adalbero, Graf von Lambach (Schärdingen), welcher in dem Streite zwischen Heinrich IV. u. Papst Gregor VII. auf des Letzteren Seite war u. deshalb von dem Kaiser abgesetzt wurde, er kehrte zwar zurück, mußte aber 1085 Meinhard II. weichen, welcher 1088 starb, worauf der Kaiser Einhard, Grafen von Rotenburg, als Bischof einsetzte; nach dessen Tode 1104 wählte der Clerus Ruprecht, aber der Kaiser Erlong, Grafen von Kalm, welcher auch nach Ruprechts Tode 1106 Bischof blieb. Nach seinem Tode 1122 begann das Schisma wieder, das Capitel wählte Rugger, Grafen von Vaihingen, der Kaiser Heinrich V. aber Gebhard, Grafen von Henneberg; Erster residirte in Heilbronn, u. als er 1125 starb, resignirte Gebhard bald nachher. Emmerich, Graf von Leiningen, erhielt vom Kaiser Lothar den Titel als Herzog von Franken, welcher seinen Vorfahren von Heinrich V. streitig gemacht worden war, bestätigt; er st. 1147 auf einer Reise nach Constantinopel, wo er eine Ehe zwischen Konrads I. Schwägerin Bertha u. dem Kaiser Emanuel stiften sollte. Seine Nachfolger waren: Sigfrid, 1151 Gebhard, Graf von Henneberg, 1159 Heinrich II., Graf von Berg, 1165 Herold von Höchheim, unter welchem viele Raubschlösser in der Diöcese zerstört wurden; 1171 Reinhard, 1184 Gottfried I. von Pisenberg, Kanzler des Kaisers Friedrich I., welcher den Dom von Steinen baute u. auf einer Reise ins Gelobte Land starb; 1190 Heinrich III. von Biebelried, vorher Propst zu Bamberg, 1197 Gottfried II., Graf von Hohenlohe, 1198 Konrad I. von Rabensburg, Kanzler der Kaiser Friedrich I., Heinrich VI. u. Philipp, welcher, wie seine Vorfahren, Kreuzzügen ins Gelobte Land sich anschloß, wurde 1202 ermordet, weil er einen seiner Vettern wegen zügellosen Lebens hatte enthaupten lassen. Heinrich IV. (genannt Meister Heinrich od., wegen seiner frugalen Lebensweise, Heinrich Käse u. Brod), vorher Domherr zu W., 1207 Otto I. von Ladenburg (Lobdenburg), 1223 Dietrich, Graf von Hohenburg, 1225 Hermann von Lobdenburg. Unter ihm begannen die Streitigkeiten zwischen Bischof u. Bürgern, welche Letztern sehr von der Geistlichkeit u. dem Adel gedrückt wurden; der Bischof wurde gefangen u. sollte das Schloß übergeben, aber er entkam durch List, u. da nun die Bürger gegen den Clerus wütheten, so wurde die bischöfliche Residenz aus der Stadt auf das Schloß verlegt. Hermann st. 1254. Die Streitigkeiten wurden unter seinem Nachfolger, Iring von Rheinstein, heftiger, da[432] derselbe 12 Häupter seiner Gegner listig ermorden ließ, bis 1265 ein Vergleich zu Stande kam. Konrad II. von Trimberg, 1266–67, schlug seinen Gegenbischof, Berthold I. von Henneberg, 1266 bei Kitzingen; unter Berthold II. von Sternberg, 1267–87, begannen die Streitigkeiten zwischen Bürgern u. Bischof von Neuem, auch fing Berthold an wegen Geldverlegenheiten Güter des Stifts zu versetzen. Beide Berthold werden oft mit einander verwechselt, der Erstre hielt sich neben dem Andern bis 1274. Mangold von Neuburg, 1287–1303, u. Andreas von Gundelfingen, bis 1314, hatten ebenfalls häufige Streitigkeiten u. der Letztere hob endlich die Zünfte der Bürger, als die Quelle aller Streitigkeiten, ganz auf; Gottfried III. von Hohenlohe bis 1322; Wolfram von Grumbach, bis 1333, hatte Fehden mit dem Abt Heinrich von Fulda; Hermann II. von Lichtenberg, bis 1335, war zugleich Bischof von Bamberg; Otto II. von Wolfskel bis 1345. Nach dessen Tode wurde Albert I. von Hohenlohe vom Papst zum Bischof ernannt, das Capitel aber hatte schon einen andern Grafen Albert II. von Hohenlohe erwählt, worüber viel Streit entstand; Albert I. mußte endlich Letzterem weichen u. wurde 1350 Bischof von Freisingen. Unter Albrecht II. brachen die Fehden zwischen Clerisei u. Bürgern wieder aus, die Unkosten mußten, bei dem durch Kaiser Karl IV. geschlossenen Vergleiche, die Bürger bezahlen. Albert II. brachte das Stift sehr herunter; er st. 1372. Der vom Papst gewählte Albert III. von Heßberg kam nicht zum Sitz, sondern mußte seinem Gegner Gerhard, Grafen von Schwarzburg, vorher Bischof von Naumburg, weichen, welcher 1374 W. eroberte. Er wollte der Geistlichkeit eine Schatzung auflegen u. that die Bürgerschaft, weil sie ihn nicht mit Geld unterstützen wollte, in den Bann. 1397 begann die große Fehde zwischen Bischof u. Bürgern, welche beide sich Bundesgenossen gesucht hatten; der Bund, welchen die Bürger schlossen, hieß der Bund der elf Städte. Die Bürger zogen den Kaiser Wenzel auf ihre Seite, welcher die Stadt W. in den Reichsschutz nahm. Ungeachtet 1399 ein kaiserlicher Brief den Streit schlichtete, ging die Fehde von Neuem an u. 1400 wurde die Bürgerpartei geschlagen. Auf Gerhard folgte 1400 Johann I. von Eglofstein, welcher viel zu thun hatte, um die Gläubiger des Stifts zu befriedigen; er stiftete 1403 (1410) die Universität u. st. 1411. Johann II. von Brunn mußte vor seiner Einsetzung dem Capitel eine förmliche Capitulation unterschreiben, aber ohne sich daran zu binden stürzte er das Stift in tiefe Schulden, so daß dasselbe 1427 einen Bund mit den Städten gegen ihn machte u. ihn 1432 zur Resignation nöthigte. Aber bald ergriff er die Regierung wieder, deren Sitz er zu Ochsenfurt aufschlug, u. that W. großen Schaden. Er häufte eine Schuldenlast von 600,000 Fl. u. st. 1440. Sigismund, Markgraf von Meißen, Sohn Friedrichs des Streitbaren, trieb es wie sein Vorfahr u. wurde 1443 abgesetzt (er erhielt den Titel als Bischof von Alexandrien, kehrte nach Sachsen zurück u. st. daselbst 1457 zu Rochlitz). Gottfried IV., Schenk von Limpurg, welcher wieder den Titel als Herzog von Franken annahm u. denselben trotz der Protestation des Markgrafen Albrecht Achilles von Ansbach fortführte; Johann III. von Grumbach, 1455–66, schadete dem Stift durch Verschwendung u. Fehden mit dem Grafen von Ansbach sehr; Rudolf von Scherenberg bis 1495, that viel zur Tilgung der Schulden, wie sein Nachfolger Lorenz von Bibra, bis 1519. Unter Konrad III. von Thüngen, 1519–41, brach der Bauernkrieg aus, in welchem er von den Bauern belagert u. ein großer Theil des Bisthums verheert wurde. Ihm folgte bis 1545 Konrad IV. von Bibra. Unter Melchior Zobel von Guttenberg, 1545–58, überzog der Markgraf Albrecht von Ansbach W. mit Krieg u. hauste überall sehr übel, u. da sich unter seinen Offizieren auch ein fränkischer Edelmann u. würzburgischer Vasall, Wilhelm von Grumbach, befand, so zog der Bischof dessen Güter ein. Darüber ergrimmt, wollte Grumbach sich seiner bemächtigen, aber unter der Reiterschaar, welche unter Jobst von Zedtwitz zu Ausführung des Planes nach W. zog, war ein markgräflicher Amtmann, Christoph Kretzer, ein persönlicher Feind des Bischofs Melchior, welcher denselben 15. April 1558 erschoß. Der folgende Bischof Friedrich von Wirßberg begann einen Proceß gegen Melchior Zobels Mörder, wurde aber 1563 von Grumbach in W. überfallen; die Stadt wurde geplündert u. das Domcapitel gezwungen Grumbach von allem Antheil an dem Morde freizusprechen u. ihm darüber Brief u. Siegel auszustellen (s. Grumbach 1). Julius Echter von Mespelbrunn, 1575–1619, baute 1591 das Jesuitencollegium zu W, erneuerte 1582 die Universität u. erbaute 1576–80 das nach ihm genannte Juliushospital zu W., zeichnete sich auch durch den Fanatismus aus, mit welchem er die Protestanten verfolgte. Johann Gottfried von Aschhausen, 1619–22, u. Philipp Adolf von Ehrenberg, 1622–31, waren heftige Hexenverfolger u. bittere Gegner der Protestanten, daher für das Bisthum W. während des Dreißigjährigen Krieges eine böse Zeit war. Nach der Schlacht bei Breitenfeld (1631), kurz nachdem Graf Franz von Hazfeld zum Bischof gewählt worden war, rückten die Schweden in das Land; der König Gustav Adolf eroberte die Festung Königshofen u. der Bischof flüchtete nach Paris; viele Katholiken des Landes folgten ihm. Schweinfurt ergab sich an die Schweden u. bald darauf W., nur der Marienberg mußte am 18. October mit Sturm genommen werden, u. alle Unterthanen des Bischofs huldigten dem Könige Gustav Adolf. Am 12. Juli 1633 empfing der Herzog Bernhard von Weimar die Bisthümer W. u. Bamberg als Herzogthum Franken von dem Kanzler Oxenstierna als schwedisches Lehn, aber die Festungen W. u. Königshofen blieben von den Schweden besetzt. Nach der Niederlage der Schweden bei Nördlingen wurde W. den 18. October 1634 wieder von den Kaiserlichen überrumpelt, das Herzogthum Franken aufgelöst u. die Bisthümer kehrten. unter die Regierung ihrer Bischöfe zurück. Bischof Franz st. 1642; seine Nachfolger waren: Johann Philipp I., Graf von Schönborn, war früher Soldat, dann Bischof 1642–73, er wurde auch 1647 Kurfürst von Mainz u. 1663 Bischof von Worms; unter ihm wurde das Schloß befestigt; bis 1675 Johann Hartmann von Rosenbach, unter welchem die Franzosen unter Turenne ins Bisthum einfielen, aber von Montecuculi vertrieben wurden; bis 1683 Peter Philipp von Dernbach, bis 1684 Konrad Wilhelm von Wernau, bis 1698 Johann Gottfried von Guttenberg, ein gerechter, sparsamer,[433] wohlthätiger Fürst; ihm ähnlich u. bes. Schützer der Wissenschaften waren Johann Philipp II. von Greiffenklau, bis 1718; Johann Philipp Franz von Schönborn, bis 1724, welcher den Bau des Schlosses begann; Christoph Franz von Hutten, bis 1729; Friedrich Karl, Graf von Schönborn, bis 1746. Dieser stellte 1734 ein beträchtliches Reichscontingent zu der Armee, welche am Rhein gegen die Franzosen stand, u. ein Hülfscorps zu der Armee des Kaisers gegen die Türken, dagegen behauptete er im Österreichischen Erbfolgekrieg seine Neutralität. Er ertheilte der Stadt Kitzingen große Handelsprivilegien u. erlaubte sogar den dortigen Protestanten freie Religionsübung. Anselm Franz von Ingelheim, bis 1749, war der Alchemie ergeben; Karl Philipp von Greiffenklau, bis 1754, war ein Freund der Wissenschaften; Adam Friedrich von Seinshein, bis 1779, ein Menschenfreund; Franz Ludwig von Erthal, bis 1795, berief gelehrte u. aufgeklärte Männer an die Universität u. erhob bes. die katholisch-theologische u. die medicinische Facultät zu den ersten Bildungsanstalten Deutschlands in diesen Fächern. Georg Karl, Freiherr von Fechenbach, war der letzte regierende Bischof von W. Der Revolutionskrieg hatte W. bis dahin noch nicht berührt, aber 1796 ging Jourdan mit der Sambre- u. Maasarmee über den Rhein, besetzte am 24. Juli W. u. eroberte am 2. August Königshofen. Der Fränkische Kreis schloß am 7. August in W. einen Waffenstillstand mit den Franzosen u. mußte sich zu beträchtlichen Lieferungen u. Contributionen verstehen. Indessen erschien der Erzherzog Karl schon am 1. September vor W., u. es kam. am 3. September bei W. zur Schlacht, in welcher die Franzosen geschlagen wurden, worauf die Citadelle von W. am 4. September capitulirte. In den Friedensunterhandlungen zu Rastadt nahm man am 4. April 1798 den Grundsatz der Entschädigung durch Säcularisation an, aber der neu ausbrechende Krieg gegen Frankreich verschob die Entscheidung. Da aber der Krieg für die Österreicher ein unglückliches Ende nahm, so kam man in den Friedensunterhandlungen zu Lüneville auf die Säcularisation zurück, u. W. fiel 1802, mit Ausnahme von 35 QM. u. 35,000 Ew., an das Kurfürstenthum Pfalzbaiern. Der Fürstbischof erhielt eine jährliche Pension von 60,000 Fl. Der Kurfürst Maximilian Joseph that viel für W., bes. für die Universität, aber in dem Presburger Frieden 1805 mußte Baiern W. gegen Entschädigung an Ferdinand, ehemaligen Großherzog von Toscana u. nunmehrigen Kurfürsten von Salzburg, abtreten, u. W. wurde nun ein Kurfürstenthum. Der Kurfürst Ferdinand von W., Bruder des Kaisers Franz von Österreich, trat im September 1806 dem Rheinbunde bei u. nahm den Titel Großherzog an. Das Großherzogthum W. grenzte an Westfalen, Sachsen, Koburg, Baiern u. an fürstlich primatische u. westfälische Districte, hatte 771/2 QM. u. 256,830 Ew.; die neue Regierung setzte Alles möglich wieder auf den alten Fuß; so wurde das protestantische Consistorium, von Maximilian Joseph 1804 gestiftet, wieder aufgehoben, die Universität, 1803 von Baiern neu organisirt, 1809 reorganisirt u. dem Sinne des Stifters gemäß zu einer rein katholischen Lehranstalt gemacht, die besten Lehrer derselben entlassen u. darauf ein allgemeiner, vom Papste ertheilter Ablaß im ganzen Großherzogthum öffentlich bekannt gemacht. In eine eigene Lage kam der Großherzog durch den Krieg Österreichs gegen Frankreich 1800, indem er als Rheinbundfürst sein Bundescontingent von 2000 M. Infanterie zu der französischen Armee gegen Österreich stellen mußte. In Folge des Wiener Friedens mußte er einen Theil seines Landes an Baiern abtreten, od. gegen andere Landestheile vertauschen. Mit der Auflösung des Rheinbundes endigte auch das Großherzogthum W., nachdem das Contingent desselben 1812 in Volhynien u. als Besatzung von Modlin u. 1813 in Deutschland unter Reynier gegen die Alliirten gefochten hatte. W., wo eine französische, vom General Thurreau befehligte Garnison stand, wurde am 26. October 1813 von den Baiern besetzt, nachdem sich die Besatzung auf die Citadelle zurückgezogen hatte, welche dieselbe bis zum Pariser Frieden behauptete; als in diesem der Großherzog seine Erbstaaten, das Großherzogthum Toscana, wieder erhalten hatte, wurde W. von dem Fürsten Wrede für das Königreich Baiern in Besitz genommen u. darauf wieder ein Bisthum in W. errichtet, dessen dermaliger Prälat seit 1840 Bischof Georg Anton von Stahl ist. Vgl. J. C. Gropp, Collectio novissima scriptorum et rerum Wirceburgensium etc., Frankf. 1741, 2 Bde., Fol.; Würzburgische Chronik der neuern Zeit, Würzb. 1748, 2 Bde., Fol.; A. Ussermann, Episcopatus Wirceburgensis sub metropoli Moguntia, St. Blasien 1794; B. J. Landmann, Grundriß der Geschichte des Bisthums W., Bamb. 1798; G. Schöpf, Historisch-statistische Beschreibung des Hochstifts W., Hildburgh. 1802; F. Clarmann, Geschichte des Stifts W., Nürnb. 1803.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 19. Altenburg 1865, S. 432-434.
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