Otto [1]

[517] Otto (Odo). I. Regierende Fürsten. A) Deutsche Könige u. Kaiser. 1) O. I., der Große, Sohn des deutschen Königs Heinrich I. u. dessen zweiten Gemahlin Mathilde, geb. 22. Nov. 912, wurde, gegen die Ansprüche seines älteren Bruders Dankmar, schon bei Lebzeiten seines Vaters zum deutschen Könige gewählt u., als der zweite der sächsischen Könige, 936 in Aachen gekrönt; er hatte Kämpfe gegen die Söhne des Herzogs Arnulf von Baiern zu bestehen, ebenso gegen den Herzog Eberhard von Franken, welcher von seinen Brüdern Dankmar u. Heinrich u. von seinem Schwager Giselbert von Lothringen unterstützt wurde, doch besiegte er seine Widersacher bis 939, worauf er die Länder der Besiegten, zur Vermehrung seiner Hausmacht, an seine Verwandten verlieh. 950 unterwarf er nach vierzehnjährigem Kampf den Herzog Boleslaw von Böhmen u. belehnte dann Hermann von Billungen, seinen Feldhauptmann in diesem Kriege, mit dem Herzogthum Sachsen u. mit der Lausitz, wo er die Slawen besiegt hatte, auch bezwang er die Slawen an der Oder u. Spree u. nöthigte den Dänenkönig Harald sein Land als deutsches Lehen zu nehmen. Zur Befestigung der deutschen Macht ließ er unter den unterworfenen heidnischen Völkern das Christenthum ausbreiten u. gründete bei ihnen Bisthümer. 951 zog er nach Italien, wo er Berengar II. besiegte u. mit der Hand der Adelheid, Wittwe des Königs Lothar, das Lombardische Königreich erhielt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland brach ein Aufstand gegen ihn aus, angefacht durch seinen Sohn Ludolf, Herrzog von Schwaben, welcher sich mit Konrad von Lothringen verband u. sogar die Ungarn zu Hülfe rief; aber O. besiegte seinen Sohn 054 u. vertrieb die Ungarn durch seinen Sieg auf dem Lechfelde, 10. Aug. 955, auf immer aus Deutschland. 961 zog er wieder über die Alpen, wurde als König von Italien u. dann 2. Febr. 962 vom Papst Johann XII. in Rom als Kaiser gekrönt. Gleichwohl ließ er diesen Papst, der ihm treubrüchig geworden war u. sich mit Rebellen verbunden hatte, 963 absetzen u. Leo VII. u., nach dessen Tode 965, Johann XIII. wählen. 966 rief ihn ein in Italien ausgebrochener Aufstand wieder dahin, u. um Ordnung zu halten, vertheilte er Italien unter eine Anzahl Markgrafen; auch gegen die Byzantiner in Unteritalien führte er glücklich Krieg. Otto I. starb 7. Mai 973 in Memleben u. wurde in dem von ihm gegründeten Dom zu Magdeburg beigesetzt; über sein Wirken in u. für Deutschland s.d. (Gesch.) V. Er war vermählt mit Editha, Tochter des Königs Eduard von England (st. 947), u. in zweiter Ehe mit Adelheid, Tochter des Königs Rudolf II. von Burgund u. Wittwe des Königs Lothar von Italien; seine Kinder waren aus erster Ehe: Ludolf, Herzog von Schwaben; Luitgarde, Gemahlin Konrads von Lothringen; aus zweiter Ehe: Otto (s.d. Folgenden), Heinrich u. Bruno, Adelheid u. Mathilde; sein natürlicher Sohn war der Erzbischof Wilhelm von Mainz, seine 1859 renovirte Statue ist in Magdeburg aufgestellt; vgl. Vehse, Leben O-s des Großen, Dresd. 1827. 2) O. II., der Rothe, Sohn des Vorigen u. der Adelheid, geb. 955, wurde schon 961 als römischer König gekrönt u. folgte 873 seinem Vater als König, anfangs unter der Vormundschaft seiner Mutter; während er mit dem Herzog von Baiern zu kämpfen hatte, welcher sich im Bunde mit den Dänen, Böhmen u. Polen gegen ihn empörte, aber 977 unterworfen wurde, versuchte der König von Frankreich Lothringen wieder zu erobern, aber 978 vertrieb O. die Franken daraus. Ebenso glückte es ihm, die in Ober- u. Mittelitalien ausgebrochenen Unruhen zu dämpfen; in Unteritalien war er Anfangs auch gegen die Byzantiner siegreich, als diese aber die Sarazenen zu Hülfe riefen, wurde er 13. Juli 982 bei Basantello besiegt u. rettete sich persönlich nur durch einen Sprung ins Meer, worauf ihn ein griechisches Schiff aufnahm, welches ihn nach Rossano brachte. O. starb, ehe er seine Niederlage rächen konnte, 7. Decbr. 983 in Rom; über seine Regierung in Deutschland s.d. (Gesch.) V. Er war vermählt seit 972 mit Theophania, Tochter des byzantinischen Kaisers Romanus II.; seine Kinder waren: Otto (s. den Folg.); Mathilde, Gemahlin des Pfalzgrafen Ezon, Sophie, Äbtissin von Gandersheim, u. Adelheid, Äbtissin von Quedlinburg; vgl. Gieselbrecht, Jahrbücher des deutschen Reiches unter der Herrschaft Kaiser O-s II., Berlin 1840. 3) O. III, Sohn des Vor., geb. 980 u. als Nachfolger seines Vaters gekrönt in Aachen 982. Seine Mutter Theophania u. seine Großmutter Adelheid führten die Reichsregierung u. die Vormundschaft über ihn, mit dem Beistande des Erzbischofs Willegis von Mainz u. unter dem Einflusse seiner Tante Mathilde, Äbtissin von Quedlinburg; seine Erzieher waren Bischof Bernward von Hildesheim, Bischof Meinwerk in Paderborn u. Gerbert; er wurde 996 vom Papst Gregor V. gekrönt. Seine Regierung war getheilt in Kämpfe gegen die Wenden u. gegen die aufständischen Römer. Nachdem sein Lehrer Gerbert 999 als Sylvester II. Papst geworden war, lebte O. gewöhnlich in Rom, welches er zur Hauptstadt des Römisch-deutschen Reiches machen wollte; 999 besuchte er Deutschland u. gründete damals das Erzbisthum Gnesen u. ließ sich das Grab Karls des Großen in Aachen öffnen, von wannen er das an Karls Halse hängende goldene Kreuz mit wegnahm. Als 1001 O. wieder nach Rom kam, begannen die dortigen Empörungen aufs Neue; er verließ die Stadt u. ging nach der Burg Paterno am Berg Soracte bei Viterbo, wo er 23. Jan. 1002 starb, angeblich an Gift, welches ihm Stephania, die Wittwe des auf seinen Befehl 998 hingerichteten Empörers Crescentius, soll haben beibringen lassen; s.u. Deutschland (Gesch.) V. Er war nicht vermählt u. mit ihm endigte die Dynastie der Sächsischen Kaiser. Vgl. Wilmaus, Jahrbücher des deutschen Reichs unter Kaiser O. III., Berlin 1840. 4) O. IV., aus dem Hause der Welfen, Sohn des Herzogs Heinrich des Löwen von Sachsen u. Baiern u. der Mathilde, Tochter des Königs Heinrich II. von England, geb. 1174; folgte 1180 seinem Vater in einem Theile der Welfischen Allodialgüter, weshalb er O. von Braunschweig genannt wurde; er begleitete 1182 seinen Vater in die Verbannung[517] nach England, wurde dann nebst seinem Bruder Wilhelm als Geißel an den kaiserlichen Hof gegeben, bis sein Oheim, König Richard Löwenherz, 1196 das Lösegeld bezahlt hatte. O. erhielt von Richard für seine Theilnahme an dem Kriege gegen Philipp August von Frankreich die Grafschaft Poitou. Bei der zwiespältigen Kaiserwahl 1197 wurde O. von den Welsischgesinnten gegen den von den Hohenstaufischen gewählten Philipp auf Antrieb des Papstes zum Könige der Deutschen gewählt u. in Aachen gekrönt. In dem nun ausbrechenden Kampfe war O., obgleich er von England u. Dänemark u. dem Papste unterstützt wurde, doch nicht siegreich, weshalb er 1206 nach der Niederlage bei Köln nach England fliehen mußte. Als Philipp 1208 ermordet worden war, wurde O. beinahe allgemein anerkannt u. auch 1209 vom Papst, welchem er das Investiturrecht u. das Recht der Berufung in allen geistlichen Dingen nach Rom bewilligt hatte, zum Kaiser gekrönt. Bald aber zog sich O. die Unzufriedenheit des Papstes zu, welcher ihn 1211 in den Bann that u. seinen neuen Gegenkönig Friedrich von Österreich anerkannte, welchem O., 1214 in der Schlacht bei Bovines von den Franzosen besiegt, weichen mußte, worauf er sich in sein Erbherzogthum Braunschweig zurückzog, wo er 19. Mai 1218 auf der Harzburg starb, s. Deutschland (Gesch.) VIII. O. war vermählt seit 1212 mit Beatrix, Tochter seines Gegenkaisers (starb unmittelbar nach der Hochzeit) u. in zweiter Ehe mit Maria, Tochter des Herzogs Heinrich IV. von Brabant.

B) König von Griechenland: 5) O., zweiter Sohn des Königs Ludwig von Baiern, geb. am 1. Juni 1815 in Salzburg, wurde den 7. Mai 1832 von der Londoner Conferenz zum König von Griechenland gewählt, nahm die königliche Würde 5. Oct. an, bestieg 25. Jan. (6. Febr.) 1833 den griechischen Thron unter einer Regentschaft u. trat 1. Juni 1835 die Selbstregierung an u. gab in Folge der Revolution vom 6. Sept. 1843 eine Constitution; s. Griechenland (Gesch.) IX. B). Er ist vermählt seit 1836 mit Amalie, Tochter des Großherzogs von Oldenburg; seine Ehe ist kinderlos; vgl. Griechenland (Geneal.).

C) Andere Fürsten. a) Fürsten von Anhalt: 6) O. I., Sohn Heinrichs I. u. der Mathilde von Braunschweig, folgte 1267 seinem Vater in dem Lande der Ascherslebischen Linie u. st. 1315; er war erst vermählt mit Hedwig, dann mit Elisabeth, welche sich nach seinem Tode mit dem Grafen Friedrich von Orlamünda wiedervermählte; da sein Sohn Otto II. vor ihm gestorben war, so erlosch mit ihm die Ascherslebische Linie. 7) O. III., dritter Sohn des Fürsten Bernhard III. von der älteren Bernburger Linie u. der Agnes von Sachsen, regierte 1355 bis 1409, wo er starb. 8) O. IV., Sohn des Vorigen, folgte seinem Vater mit seinem Bruder Bernhard VI. u. st. 1415 ohne Kinder von seiner Gemahlin Lutrud geb. Prutze zu hinterlassen. b) Herzöge von Baiern: 9) O. I., Enkel des Kaisers O. des Großen u. Sohn Ludolfs von Schwaben, wurde 973 Herzog von Schwaben, erhielt 977 auch das Herzogthum Baiern u. st. 982 in Lucca, s. Baiern (Gesch.) III. 10) O. II., Sohn des Grafen Sigfried von Nordheim, wurde um 1061 Herzog von Baiern, aber 1070 abgesetzt, weil er beschuldigt wurde, Mörder gegen den Kaiser Heinrich IV. gedungen zu haben. Er lebte nun auf seinen Besitzungen in Sachsen, zeigte sich, stets als Widersacher Heinrichs IV. u. st. 1983. Durch seine Tochter Ethelinde, welche den Herzog Welf IV. heirathete, ist er Ahn der Welfen von mütterlicher Seite. 11) O. von Wittelsbach, O. I. od. der Große, Sohn des Pfalzgrafen O. IV. von Wittelsbach, lebte seit 1151 am Hofe des Kaisers Konrad III. als Geißel für die Treue seines Vaters u. wurde Freund u. Liebling des Kaisers Friedrich I., dem er wichtige Kriegsdienste leistete u. 1155 durch seine Kühnheit den Durchgang bei Chiusa erkämpfte; er blieb ihm treu u. erhielt von ihm 1180, nach Heinrichs des Löwen Fall, das Herzogthum Baiern; 1182 brachte er die Grafschaft Dachau an sich u. st. 1183, s. Baiern (Gesch.) V. Er war vermählt mit Agnes, Gräfin von Wasserburg. 12) O. II. der Erlauchte, Enkel des Vor. u. Sohn des Herzogs Ludwig I., folgte seinem Vater 1231, nachdem er schon 1225 durch seine Vermählung mit Agnes, der Tochter Heinrichs Pfalzgrafen am Rhein, auch die Ansprüche auf dieses Land erworben u. 1227 die Regierung desselben angetreten hatte; O. st 1253, s. ebd. Ihm folgte sein Sohn Ludwig. 13) O., Enkel des Vorigen u. Sohn Heinrichs, folgte 1290 seinem Vater mit seinen Brüdern Ludwig u. Stephan in der Nebenlinie Niederbaiern; wurde 1305 zum König von Ungarn gewählt u. gekrönt aber 1306 von dem Herzog Ladislaus gefangen. Er entfloh nach einem Jahr aus seiner Hast u. kehrte nach Baiern zurück, gab 1311 den Landständen die Ottonianische Landfeste, den ersten Freiheitsbrief, u. st. 1312, s. Baiern (Gesch.) VI. B) u. Ungarn (Gesch.). 14) O., Enkel des Vor. u. Sohn Stephans, welcher vor seinem Vater Otto gestorben war, folgte seinem Großvater mit seinem Bruder Heinrich dem Ältern u. seinem Vetter Heinrich dem Jüngern 1312 unter Vormundschaft seines Vetters Ludwig von Oberbaiern, theilte mit seinem Bruder u. Vetter 1331 u. st. 1338 kinderlos. 15) O. der Finne, s. Otto 21). c) Markgrafen u. Kurfürsten von Brandenburg: 16) O. I., Sohn des Markgrafen Albrecht des Bären; folgte 1170 seinem Vater, verwaltete 1184 zum ersten Mal auf dem Reichstage zu Mainz das Amt eines Erzkämmerers u. starb wahrscheinlich 1184; s. Brandenburg (Gesch.) III.; er war vermählt seit 1149 mit Judith, einer polnischen Fürstin. 17) O. II., Sohn des Vor. u. dessen Nachfolger, regierte 1184–1206, s. ebd.; er war nicht vermählt, hatte wenigstens keine Kinder. 18) O. II. der Gütige, zweiter Sohn des Markgrafen Albrecht II., welcher seinem Vater 1221 gemeinschaftlich mit seinem älteren Bruder Johann unter Vormundschaft seiner Mutter Mathilde in der Regierung folgte, 1226 traten sie die Regierung selbständig an u. O. st. 1266, s. ebd. 19) O. IV. mit dem Pfeile, zweiter Sohn des Markgrafen Johann I., beerbte 1266 gemeinschaftlich mit seinen Brüdern Johann II. u. Konrad seinen Vater. Er erhielt nach dem Tode seines Bruders Johann die ganze Markgrafschaft u. starb 1309; da er von seiner Gemahlin Hedwig, Tochter des Herzogs Heinrich V. von Liegnitz, keine Kinder hinterließ, so folgte ihm sein Neffe Woldemar, s. ebd. 20) O. (V.) der Lange, Sohn O-s III., folgte 1268 seinem Bruder Johann III. in der Nebenlinie. Nach dem Tode des Königs Ottokar II. von Böhmen, 1278, erhielt er als naher Anverwandter desselben die Reichsverwaltung über Böhmen u. die Vormundschaft über den jungen[518] König (bis 1283) u. st. 1298, s. Brandenburg (Gesch.) IV.; er war vermählt erst mit Katharine von Böhmen, dann mit Judith von Henneberg; sein Nachfolger war sein Sohn Hermann. 21) O. V. der Finne (der Faule), jüngster Sohn Kaiser Ludwigs des Baiern, erhielt 1352 mit seinem Bruder Ludwig dem Römer die Mark Brandenburg u. 1365, nach dessen Tode, allein. 1373 trat er an Karl IV. die Mark ab u. lebte auf dem Schlosse Wolfstein bei Landshut, wo er 1376 ohne eheliche Nachkommenschaft starb; er war vermählt mit Elisabeth, Tochter des Kaisers Karl IV., s. Brandenburg (Gesch.) IV. u. Baiern (Gesch.) VII. A). d) Herzöge von Braunschweig: aa) von der Hauptlinie: 22) O., als Deutscher Kaiser O. IV., s. Otto 4). 23) O. das Kind, Sohn Wilhelms von Lüneburg u. der Helene von Dänemark, geb. 1204, folgte 1213 seinem Vater unter Vormundschaft seines Oheims Heinrich, regierte seit 1227 selbst, fiel in einer Fehde in die Gefangenschaft des Grafen Heinrich von Schwerin, aus welcher er sich durch die Abtretung Hitzackers ranzionirte; nach seiner Rückkehr nannte er sich Herzog von Braunschweig u. st. 1252, s. Braunschweig (Gesch.) I.; vermählt war er mit Marie (Mathilde) von Brandenburg; ihm folgte sein Sohn Albrecht I. bb) Von der Göttinger Linie: 24) O. der Milde (od. der Freigebige), Urenkel des Vorigen, Sohn Albrechts II., folgte mit seinen Brüdern 1318 u. st. 1334; er war seit 1319 mit Agnes, Wittwe des Markgrafen Woldemar von Brandenburg, vermählt; s. ebd. II. A) b). 25) O. der Quade (der Böse), regierte von 1367–94, s. ebd. 26) O. der Einäugige (Cocles), Sohn des Vorigen, regierte von 1394–1463, s. ebd cc) Von der Lüneburger Linie, welche von Johann, zweitem Sohn Otto's des Kindes, stammte: 27) O. der Strenge, Sohn Johanns, regierte von 1277–1330, s. Braunschweig (Gesch.) II. B). 28) O., Sohn des Vorigen, regierte bis 1352, s. ebd. 29) O. der Böhme (O. mit dem schiefen Beine, od. der große Herzog von der Heide), regierte von 1434–45 mit seinem Bruder Friedrich gemeinschaftlich u. st. 1445, s. Braunschweig (Gesch) III. B). 30) O. der Großmüthige od. der Siegreiche, regierte von 1458–71. dd) Von der Grubenhagner Linie: 31) O. der Tarentiner, Herzog von Grubenhagen, Heinrichs von Griechenland ältester Sohn, geb. um 1307; verkaufte u. verpfändete sein Erbtheil Braunschweig u. folgte dem König Johann von Böhmen nach Italien, wo er tapfer focht; er stand 1339 dem Markgrafen von Montserrat in seinen Kriegen bei u. blieb daselbst bis 1351; ging 1352 nach Frankreich, begleitete Karl IV. 1354 auf seinen Zügen nach Italien, wurde vom Markgrafen Johann von Montserrat 1372 zum Vormund seiner Söhne bestellt u. erhielt verschiedene Schlösser. 1376 vermählte er sich, 70 Jahre alt, mit der Königin Johanna von Neapel u. wurde von derselben zum Fürsten von Tarent u. Grafen von Acerra bestellt. Als Papst Urban die Königin Johanna des Reichs für verlustig erklärte u. 1381 Karl von Durazzo damit belieh, ließ dieser die Königin erwürgen u. hielt O. drei Jahre lang gefangen, bis 1385 Ludwig von Anjon ihn befreite. Nun stand O. der Königin Maria, Ludwigs Wittwe, bei; als aber deren Sohn, Ludwig II., ihm unwürdig begegnete, trat er zur Gegenpartei u. st. 1387 (n.And. erst 1390); vgl Neapel (Gesch.). ee) Von der Grubenhagen-Osteroder Linie: 32) O. der Jüngere, regierte 1420–42 (n.And. 1449), s. Braunschweig (Gesch.) I. A) a) bb). ff) Von der Linie Braunschweig-Harburg: 33) O., Sohn Heinrichs des Mittlern, Stifter der Linie Harburg; regierte von 1527–49 u. hatte seine gleichnamigen Söhne u. Enkel zu Nachfolgern, s. ebd. e) Von Burgund: aa) Herzog von Burgund: 34) O., zweiter Sohn des Herzogs Hugo des Großen, folgte seinem Vater 956 im Herzogthum u. hatte Streitigkeiten mit seinem Schwager, dem Grafen Robert von Troyes über den Besitz Burgunds; er st. 963; von seiner Gemahlin Leutgarde, Tochter des Herzogs Giselbert von Burgund, hinterließ er keine Kinder, daher folgte ihm sein Bruder Heinrich der Große. bb) Grafen von Burgund: 35) O. Wilhelm (Otto I.), Sohn des Königs Adelbert von der Lombardei, folgte auf Alberich II., regierte von 995–1027, s. Burgund (Gesch.) III. 36) O. (II.) I., dritter Sohn des Kaisers Friedrich I. u. der Beatrir von Burgund, regierte von 1190–1200, wo er in Besançon starb; er nahm zuerst den Titel Pfalzgraf an u. hinterließ von seiner Gemahlin Margarethe von Blois eine Tochter Beatrix, s. ebd. 37) O. (III.) II. der Große, Sohn des Herzogs Barthold II. von Andechs, seit 1204 Herzog von Meran (s. Tyrol Gesch.); vermählte sich 1208 mit Beatrix, der regierenden Gräfin von Hochburgund, u. regierte bis 1234, s. Burgund (Gesch.) III. 38) O. (IV.) III. der Jüngere, Sohn des Vorigen, regierte in Meran u. Hochburgund 1234–1248, wo er starb; er war nicht vermählt, daher folgte ihm seine Schwester Alix, s. ebd. 39) O. (V.) IV., Neffe des Vorigen, Sohn Hugos u. der Alix, folgte seinem Vater 1279–1303, s. ebd. Er war erst vermählt mit Philippine von Var, seit 1291 mit Mathilde von Artois. f) Grafen von Elsaß u. zwar von Oberelsaß od. dem Sundgau: 40) O. I., Graf unter den Kaisern Heinrich II. u. Konrad II. um 1000–26, s.u. Elsaß (Gesch.) A). 41) O. II., Sohn des Grafen Werinhar des Frommen von Habsburg u. der Regulinde, regierte 1090–1114; er war der erste erbliche Graf. 42) O. III der Kühne od. der Freudige, fünfter Sohn des Kaisers Albrecht, folgte mit seinem Bruder Albrecht VI. seinem Bruder Leopold 1326, nahm 1327 den Titel als Landgraf an u. st. 1339. g) Herzog von Franken: 43) O., Sohn des Herzogs Konrad II., geb. 947, wurde 955 Herzog von Franken, 978 auch Herzog von Kärnten u. Markgraf von Verona u. st. 1004; seine Gemahlin war Judith, Tochter des Kaisers Otto I., von seinen Söhnen folgten Heinrich in Rheinfranken, Konrad in Kärnten u. Bruno wurde als Gregor V. Papst. h) Grafen von Geldern: 44) O. (I.), Graf von Zütphen, erster bekannter Dynast von Geldern, s. Geldern (Gesch.). 45) O. (II.) I., Sohn Gottschalks, folgte 1074 seinem Vater in Geldern u. wurde 1079 vom Kaiser Heinrich zum Grafen erhoben; er st. 1113, s. ebd.; ihm folgte seine Tochter Ermengard. 46) O. (III.) II., Sohn Heinrichs, folgte 1183 seinem Bruder Gerhard u. st. 1203 od. 1206, s. ebd.; ihm folgte sein Sohn Gerhard IV. i) Grafen von Henneberg: 47) O. I., im 9. od. 10. Jahrh. 48) O. II., jüngerer Sohn Poppos VI., stiftete 1190 eine Nebenlinie, Henneberg-Bodenlaube, s. Henneberg. 49) O. IV., vierter Sohn Poppos VI., [519] Minnesänger, kommt zuerst 1196 vor. 1206 machte er eine Reise nach Palästina u. heirathete dort Beatrix, Tochter des Grafen Joscelin III. von Edessa. Um 1217 kehrte er nach Deutschland zurück u. verkaufte, da er keine Kinder hatte, sein Gut Bodenlaube (Bottelaube) 1234 an das Bisthum Würzburg, worauf er das Cistercienserkloster Frauenrode stiftete u. Provisor der Nonnen daselbstwurde. Er st. vor 1244. Seine Gedichte, von denen 23 Strophen in der Manessischen Sammlung stehen, herausgegeben nebst Lebensbeschreibung von L. Bechstein, Lpz. 1845. k) Landgraf von Hessen: 50) O., Sohn des Landgrafen Heinrich I., folgte diesem 1308 in Oberhessen u. nach dem Tode seines Bruders Johann 1311 in ganz Hessen u. st. 1328, s. Hessen (Gesch.) II.; vermählt war er mit Adelheid von Ravensberg; ihm folgte sein Sohn Heinrich II. l) Markgrafen von Hochberg: aa) von Hochberg-Hochberg: 51) O. I., Sohn des Markgrafen HeinrichIV., folgte demselben 1369 u. fiel 1386 in der Schlacht bei Sempach gegen die Schweizer. 52) O. II., Sohn des Markgrafen Hesso, folgte 1410 seinem Vater u. st. 1410 unvermählt; mit ihm starb die Linie Hochberg-Hochberg aus. bb) Von Hochberg-Sausenberg: 53) O., jüngster Sohn Rudolfs, folgte 1326 mit seinem ältern Bruder Rudolf seinem ältesten Bruder Heinrich u. 1352 nach Rudolfs Tode allein; er st. 1384, u. ihm folgte sein Neffe Rudolf III. m) Herzöge von Kärnten: 54) O., so v.w. Otto 43). 55) O., zweiter Sohn Meinhards, folgte 1295 mit seinen Brüdern Ludwig u. Heinrich seinem Vater u. st. 1306. n) Graf von Kleve: 56) O. der Friedfertige, Sohn Dietrichs VII., regierte 1305–34, s.u. Kleve (Gesch.). o) Markgraf von der Lausitz: 57) O., Dithmars zweiter Sohn u. Nachfolger; st. 1031 ohne Kinder, u. mit ihm erlosch Geros Geschlecht; s. Lausitz (Gesch.). p) Graf von der Lippe: 58) O., Sohn Simons I., folgte mit seinem Bruder Bernhard V. u. theilten um 1344 die Grafschaft, s.u. Lippe (Gesch.). q) Herzog von Lothringen: 59) O., Sohn Karls, folgte diesem 1001–5, s. Lothringen (Gesch.). r) Herzöge von Mähren: 60) O., Sohn des Herzogs Bretislaw I. von Böhmen; erhielt nach seines Vaters Tode Mähren zum Erbe, blieb aber seinem ältern Bruder Spitignew lehnbar u. st. um 1100. 61) O., Sohn des Vorigen, folgte mit seinem Bruder Swatoplok in Mähren u. fiel 1126 gegen seinen Vetter Sobieslaw I. im Kampfe um Böhmen. s) Markgrafen von Meißen: 62) O, so v.w. Otto 67). 63) O. der Reiche, Sohn Konrads des Großen u. der Liutgarde von Ravenstein, geb. 1116, folgte 1156 nach der von seinem Vater angeordneten Theilung in der Markgrafschaft Meißen. Er erwarb Weißenfels u.a. Güter in Thüringen, wodurch er in Krieg mit dem Landgrafen Ludwig gerieth u. 1182 gefangen u. erst nach einjähriger Haft in der Wartburg freigegeben wurde. Darauf wurde er wegen der Ländertheilung unter seine Söhne von einem derselben, Albrecht, bekriegt, 1188 gefangen u. lange auf Döben bei Grimma eingesperrt. Er st. 18. Febr. 1190, s.u. Meißen (Gesch.). Unter ihm wurden die Freiberger Bergwerke entdeckt, mit denen er 1183 belehnt wurde; 1162 stiftete er das Kloster Alten-Zelle, das Erbbegräbniß seines Hauses. Er war vermählt mit Hedwig, Tochter Albrechts des Bären. t) Herzöge von Meran, O. I. u. II., s. oben 37) u. 38). u) Grafen von Nassau: 64) O., Graf von Laurenburg, im 10. Jahrh. Stammvater des Hauses Nassau, s.u. Nassau. 65) O., Sohn Heinrichs I., regierte 1255 mit seinem Bruder Walram IV. gemeinschaftlich u. st. 1289; er stiftete die Ottonische Linie im Hause Nassau, die jetzige königlich niederländische Linie, s. Nassau S. 602 u. 698. v) Erzherzog von Österreich: 66) O. der Lustige, jüngster Sohn Albrechts I., regierte von 1330–39, s. Österreich (Gesch.). w) Graf von Orlamünda: 67) O., zweiter Sohn Wilhelms II., Grafen von Orlamünda u. Weimar, folgte 1062 seinem Bruder Wilhelm III. dort u. in Meißen (s.d.) u. Orlamünda) u. st. 1067. 681 O. I. (von der jüngern Linie), erbte 1248 von seinem Schwager, dem Herzog Otto II. von Meran, dessen fränkische Güter u. stiftete die Linie Plassenburg; st 1283. 69) O. II. des Vorigen Sohn, st. 1284. 70) O. III., des Vorigen Sohn, wurde Geistlicher. 71) O. IV., Ottos II. jüngerer Sohn, erhielt in der Theilung Plassenburg, verkaufte aber dasselbe nebst Kulmbach u. Himmelskron an den Burggrafen von Nürnberg, s. Orlamünda. x) Kurfürsten u. Pfalzgrafen von der Pfalz: 72) O. I., Sohn des Pfalzgrafen Ehrenfried, folgte diesem 1035 in der Pfalzgrafenwürde, wurde auch 1045 Herzog von Schwaben u. st. 1047. 73) O. II., so v.w. Otto 12). 74) O. Heinrich der Großmüthige, Sohn des Pfalzgrafen Ruprecht u. der Elisabeth von Baiern, geb. 10. April 1502. Sein Vater war, weil er sich des Erbes seines Schwagers, des Herzogs Georg von Baiern, bemächtigt hatte, geächtet u. 1504 vertrieben. Als daher sein Vater starb, hatten die unmündigen Kinder viel Streit wegen der Erbschaft, bekamen Anfangs auch nur ihr mütterliches Erbe Neuburg eingeräumt. O. reiste 1520 nach Palästina, bekannte sich 1522 öffentlich zur Lutherischen Lehre u. trat in den Schmalkaldischen Bund, wurde aber deshalb aus dem Lande getrieben u. erst 1552 mit Hülfe des Kurfürsten Moritz von Sachsen wieder eingesetzt. Er folgte 1556 seinem Oheim Friedrich II. als Pfalzgraf, reformirte das Kirchenwesen, machte sich sehr verdient um die Universität in Heidelberg u. legte den Grund zu der dortigen Bibliothek (Palatina). Er st. 12. Febr. 1559, s. Pfalz (Gesch.). Vermählt war er mit Susanna von Baiern, Wittwe des Markgrafen Kasimir von Brandenburg; da er keine Kinder hatte, so folgte ihm Friedrich III. aus der Linie Simmern. 75) O. Heinrich von Pfalz-Sulzbach, Sohn Wolfgangs von Pfalz. Veldenz, folgte diesem 1669; er war Stifter der Linie Sulzbach u. st. 1704; mit ihm erlosch seine Linie wieder, s. Pfalz (Gesch). y) Herzöge von Pommern: 76) O. I., Sohn Barnims des Gütigen, theilte nach seines Bruders Barnim II. Tode mit seinem Bruder Boguslaw Pommern u. erhielt das Land zwischen der Peene, dem Frischen Haff, der Oder u. Ihne, sowie einen Antheil in der Ucker- u. Neumark u. st. 1345, s. Pommern (Gesch.). 77) O. II., Sohn Sambors, folgte diesem 1413, regierte mit seinem Bruder Kasimir VI. gemeinschaftlich u. st. 1427 ohne Söhne, s. ebd. 78) O. III, Enkel des Vorigen u. Sohn Joachims, folgte 1451, stand bis 1461 unter der Vormundschaft des Kurfürsten von Brandenburg u. st. 1464, s. ebd. z) Grafen von Ravensberg: 79) O. I., Sohn Hermanns II., folgte um 1141 seinem Vater u. st. um 1170; ihm folgte sein Sohn Hermann III. 80) O. II., Sohn Ludwigs I., folgte 1250 seinem Vater[520] u. st. 1306; er war vermählt mit Hedwig von der Lippe. 81) O. III., dritter Sohn des. Vorigen, war erst Geistlicher, verließ aber nach dem Tode seines Bruders Hermann diesen Stand, folgte 1306 seinem Vater u. st. 1328 od. 29; er war vermählt mit Margarethe von Windeck u. hatte nur zwei Töchter, daher folgte ihm sein Bruder Bernhard. aa) Herzöge von Sachsen: 82) O. I. der Erlauchte, Sohn Ludolfs u. der Oda, folgte seinem Bruder Bruno 880. Er leistete dem Kaiser Arnulf wesentliche Dienste in dem Italienischen Kriege, nahm unter Ludwig dem Kinde, seinem Schwager, großen Antheil an der Staatsverwaltung u. schlug nach dessen Tode die Kaiserkrone aus. Seine Gemahlin Hedwig, Tochter des Kaisers Arnulf, gebar ihm seinen Nachfolger, Heinrich den Vogelsteller. 83) O. II., so v.w. Otto 1). 84) so v.w. Ordulf. 85) O. von Ballenstädt (O. der Reiche), älterer Sohn Adelberts u. der Adelheid, erhielt 1112 das Herzogthum Sachsen, verlor es jedoch wieder an Lothar, als derselbe sich mit dem Kaiser aussöhnte. Während der Kaiser gegen die anderen sächsischen Fürsten die Schlacht am Welsesholze 1114 verlor, hatte schon O. den Sieg bei Köthen errungen. O. st. 1123; sein Sohn war Albrecht der Bär. bb) Herzöge von Schwaben: 86) O. I., so v.w. Otto 9). 87) O. II., so v.w. Otto 72). 88) O. III., Sohn des Markgrafen Heinrich von Schweinfurt, wurde 1047 nach Otto II. vom Kaiser Heinrich III. zum Herzog von Schwaben u. Elsaß erhoben u. st. 1057. cc) Pfalzgrafen von Wittelsbach, s.u. Wittelsbach.

II. Nichtregierende Fürsten. A) Prinz von Dänemark: 89) O., Sohn Christophs II., nach dessen Tode (1332) Kronprätendent, s. Dänemark (Gesch.) II. B). B) Landgraf von Hessen: 90) O. der Schütz, Sohn Heinrichs des Eisernen u. der Elisabeth; weil er noch einen älteren Bruder, Heinrich, hatte, sollte er den geistlichen Stand ergreifen, da ihm dieser aber nicht zusagte, so entwich er von Paris u. wurde Bogenschütz unter den klevischen Truppen. Hier erhielt er, zum Hauptmann gestiegen, die Kunde von seines Bruders Tode, u. mit Elisabeth von Kleve vermählt, kehrte er nach Hessen zurück, starb aber noch vor seinem Vater 1359.

III. Erzbischöfe u. Bischöfe: a) Bischof von Bamberg: 91) St. O., Apostel der Pommern, geb. um 1069 in der Grafschaft Bregrenz, studirte u. ging dann nach Polen, wo er Kaplan beim Herzog Wladislaw Hermann wurde; von demselben in politischen Angelegenheiten nach Deutschland gesendet, war er dem Kaiser Heinrich IV. bekannt geworden, welcher ihn in seine Dienste nahm u. zu seinem Kanzler u. 1103 zum Bischof von Bamberg machte; bei dem Concordate, welches Heinrich V. mit dem Römischen Stuhle 1122 abschloß, leistete O. wichtige Dienste; 1124 von dem Herzog Boleslaw III. von Polen berufen, um die unterworfenen Pommern zu bekehren, gewann er den Herzog Wratislaw, taufte viele Tausende zu Pyritz bei Stargard (wo an dem nach ihm genannten Ottobrunnen 1824 ein Denkmal errichtet wurde), zog weiter durch das Land, baute mehre Kirchen u. konnte nach dem Gelingen seines Werkes 1025 nach Bamberg zurückkehren. Bei seiner zweiten Reise nach Pommern, 1128, predigte er bes. das Evangelium in dem westlichen Theile des Landes u. st. 30. Juni 1139 in Bamberg; er wurde später canonisirt, sein Tag ist der 2. Juli; vgl. Salle, O. von Bamberg, Stettin 1792; Busch, Memoria Ottonis, Jena 1824. b) Bischof von Cambrai: 92) O. (Odo), geb. zu Orleans in der Mitte des 11. Jahrh.; lehrte in den Klöstern zu Toul u. Tournay, zog sich später in die Einsamkeit zurück, erbaute 1092 das Kloster des St. Martin bei Tournay wieder, führte darin die Regel St. Benedicts von Neuem ein u. wurde dessen Abt; 1105 ging er als Bischof nach Cambrai, legte diese Würde wieder nieder u. starb im Kloster Anchin 1113. Von ihm ist der erste Meßcanon; außerdem schrieb er noch Einiges, sämmtlich in der Bibliotheca Patrum. c) Erzbischof von Canterbury: 93) St. O., stammte von normannischen Eltern u. wurde zu Ende des 9. Jahrh. in England geboren; er war ein Günstling der Könige Alfred u. Eduard, wurde von Adelstan zum Bischof von Wilton u. von Edmund wegen seiner für Englands Ruhe geleisteten Dienste zum Erzbischof von Canterbury erhoben; er machte sich unter Edgar durch weise Anordnungen sehr um England verdient u. st. 961. d) Bischöfe von Freising: 94) O. I., dritter Sohn des Herzogs Leopold von Österreich u. der Agnes, der Tochter des Kaisers Heinrich IV., geb. 5. Dec. 1109, trat 1130 (1126) in den Cisterzienserorden, studirte in Paris unter Abälard u. wurde Anhänger Gilberts; er wurde 1131 Abt zu Morimund in der Champagne u. 1136 Bischof von Freising. Er that viel für das zerrüttete Bisthum, so daß er als dessen zweiter Stifter gilt (s. Freising), u. hatte großen Einfluß auf den damaligen Gang der Dinge in Deutschland; machte mit dem Kaiser Konrad III., seinem Halbbruder, 1147 den Kreuzzug, wurde dann vom Kaiser Friedrich I., seinem Neffen, zur Schlichtung der Streitigkeiten mit dem Baiernherzog Heinrich Jasomirgott verwendet, begleitete den Kaiser auf seinem zweiten Römerzuge 1158 bis an die Alpen, ging dann nach Morimund u. st. hier 22. Sept. 1158. Er schr.: De duabus civitatibus od. De mutatione rerum (Chronik von Schöpfung der Welt bis auf seine Zeit); De gestis Friderici imperatoris (welche er seinem Secretär, dem Chorherrn Radewick zu Freising, dictirte, welcher sie mit zwei anderen Büchern vermehrte); beide Werke herausgegeben von Cuspinian, Strasb. 1515, in Urstisius Germaniae hist. illustr., Frankf. 1585 u. 1670, Fol., in Tissier's Bibliotheca patrum Cisterc., Par. 1669, u. Radewicks Fortsetzung im 6. Bde. von Muratori's Scriptores rerum ital., ebenda auch die Geschichte Friedrichs I., deutsch in Schillers Allgemeine Sammlung historischer Memoiren. Vgl. Bonif. Huber, O. von Freisingen, Münch. 1847 (Preisschrift); Wiedemann, O. von Freising, sein Leben u. Wirken, Passau 1849; Lang, Psychologischer Charakter O-s von Freising, Augsb. 1853. 95) O. II., 1183–1220 Bischof von Freising, s.d. e) Bischof von Halberstadt: 96) O., 1123–35 mit Unterbrechung Bischof von Halberstadt, s.d. f) Bischöfe von Hildesheim: 97) O. I., Herzog von Braunschweig-Lüneburg, Sohn des Herzogs Otto I., 1260–79 Bischof. 98) O. II., Graf von Woldenberg, 1318–31 Bischof. 99) O. III., Graf von Schaumburg, 1531–1537. g) Erzbischof von Magdeburg: 100) O., dritter Sohn des Landgrafen Otto von Hessen, wurde 1327 vom Papste Johann XXII. gegen den von dem Capitel aufgestellten Grafen Heinrich von Stollberg gewählt;[521] es gelang ihm Halle u. Magdeburg von dem Zorne des Papstes zu befreien, welchen jene Städte durch ihr Benehmen gegen O-s Vorgänger sich zugezogen hatten, u. st. 1361. h) Bischof von Münster: 101) O. von Ritberg, wurde 1301 Bischof u. 1308 in Folge eines Streites mit dem Domcapitel abgesetzt; vgl. Perger, O. von Rittberg, Münster 1858. i) Erzbischof von Trier: 102) O. Graf von Ziegenhain, war erst Propst am Stifte zu Trier u. wurde 1418 zum Erzbischof erwählt; er machte 1420 einen Zug gegen die Hussiten nach Meißen, wo er geschlagen wurde, 1426 eine Reise nach dem Gelobten Lande u. st. 1430.

IV. Mönch: 103) O. von Nassau, war eine Zeitlang Lesemeister in dem Franciscanerkloster zu Basel u. stand dort mit der pietistischen Gesellschaft der Gottesfreunde in Verbindung; er ist bes. bekannt durch sein Erbauungsbuch für Laien: Die Vierundzwanzig Alten u. der Goldene Thron, 1386, eine Anleitung zum christlichen Leben bes. mit Hervorhebung der Innerlichkeit desselben; es wurde vielmal gedruckt u. fand viel Nachahmer; zuerst gedruckt Augsb. 1480 u. zuletzt als Die Krone der Ältesten, Regensb. 1836; die niederdeutsche Übersetzung zuerst Utrecht 1480 u.ö.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861, S. 517-522.
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