Nomaden

[19] Nomaden (gr., d.i. Hirtenvölker), Völkerschaften, welche hauptsächlich mit Viehzucht beschäftigt, ohne feste Wohnplätze zu haben, umherziehen u. sich an verschiedenen Orten aufhalten, wo sie Weide für ihre Heerden finden; ist an einem Orte das Futter aufgezehrt, so wird eine andere nahrungsreiche Gegend gesucht. Das Nomadenleben (Hirtenleben) folgte in der Culturgeschichte des Menschengeschlechts unmittelbar nach dem Jägerleben, u. die N. gehen erst, wenn ihre Zahl größer u. ihre Bevölkerung dichter wird, zum Ackerbau über. In Europa finden sich keine N. mehr, sonst gibt es deren in allen Welttheilen, verschieden an Reichthum u. Bildung; bes. ist Südamerika, Nordafrika u. Nord- u. Mittelasien reich an N.; unter die gebildeteren N. im letzteren Erdtheile gehören die Tataren u. Mongolen.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 12. Altenburg 1861, S. 19.
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