Nomāden

[731] Nomāden (griech., Hirtenvölker), Völkerschaften, die hauptsächlich Viehzucht treiben und der Ernährung ihrer Herden wegen von einem Ort zum andern ziehen. Kulturlich stehen die N. bedeutend höher als die ältern Jäger- und Fischervölker; ob aber die Viehzucht älter ist als der Ackerbau, läßt sich nicht bestimmt sagen. Auch gibt es ackerbauende N. In die angrenzenden Kulturländer sind N. wiederholt hereingebrochen und haben sie unterworfen, so die Mongolen, jetzt die Mandschu in China, türkische Stämme in Persien. Die Hyksos herrschten jahrhundertelang über Ägypten, die viehzüchtenden Fulbe gebieten noch heute über die gewerbfleißigen Haussa. Die meisten N. gibt es noch in Zentralasien; in Nordsibirien, Südafrika, Süd- und Nordamerika finden sich die Gewohnheiten der N. vereinigt mit denen der Jägervölker. Vgl. Waitz, Anthropologie der Naturvölker, Bd. 1 (2. Aufl., Leipz. 1877); Grigorjew, Die N. als Nachbarn und Eroberer zivilisierter Staaten (Peters b. 1875).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14. Leipzig 1908, S. 731.
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