Philippopel

[60] Philippopel (Felibe, Filibe), Stadt an der (hier schiffbaren) Maritza im türkischen Ejalet Rum-Ili, hat griechischen Erzbischof, 20 Moscheen, einige christliche Kirchen, mehre Hane, Karavanserais, Bäder, Fabriken für Seidenzeuge, Tuch, Baumwolle, Leder u. Tabak u. ist der Haupthandelsplatz für die nördlichen Provinzen der Türkei, sowie auch der Handelsverkehr mit Österreich sehr bedeutend ist. Die Umgegend der Stadt ist sehr reich an Wein, Obst, Maulbeeren u. Reis. Die Einwohner schätzt man auf 40,000, wohl zur Hälfte Griechen. P. ist das alte Philippopŏlis in Thracien, am Hebros, von Philippos dem Großen an der Stelle des alten Eumolpias angelegt, hieß auch Poneropolis u. wegen seiner Lage auf einem dreigipfeligen Berge Trimontium; es kam später in die Hände der Thraker u. wurde unter den Römern Hauptstadt von Thracia provincia. Bei P. wurde 250 n.Chr. Decius von den Gothen geschlagen. Im Jahr 1818 litt die Stadt bedeutend durch ein Erdbeben, 1846 wiederum durch einen großen Brand.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 13. Altenburg 1861, S. 60.
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