Selge

[817] Selge (a. Geogr.), freie Stadt in Pisidien, lag nördlich von Perge, am südlichen Abhang des Tauros; das Thal bei S. war fruchtbar an Wein u. Oliven, Styrax u. Iris, welches man zu Räucherwerk u. Salben brauchte, deren Bereitung viele tausend Menschen beschäftigte. Auf der Akropole Kesbedion war ein Tempel der Here. Die Selger rühmten sich eine Colonie aus Lakonika zu sein; sie konnte 20,000 Krieger ins Feld stellen. Gegen Antiochus den Großen hielten sie sich tapfer u. behielten auch unter der römischen Herrschaft ihre republikanische Verfassung, bezahlten aber ein Schutzgeld nach Rom. Bei S. wurde 398 n. Chr. der Empörer Tribigild von den Selgern geschlagen; im 5. Jahrh. machte ein Haufen Gothen einen Zug in das Gebiet von S., wurde aber von den Selgern zurückgedrängt.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 15. Altenburg 1862, S. 817.
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