Temple [3]

[365] Temple (fr., spr. Tangb'l), das weitläufige Gebäude in Paris, worin sonst die Tempelherrn ihre Wohnung hatten. Es wurde 1222 erbaut u. 1314, bei der Aufhebung des Ordens, eingezogen u. dem Johanniterorden übergeben; 1789 wurde es in ein Staatsgefängniß verwandelt u. diente 1792 zum Gefängniß für Ludwig XVI. u. dessen Familie; der König ging daraus zum Schaffot; 1805 wurde das Gebäude theilweise abgebrochen u. dort ein Trödelmarkt errichtet, der Rest der Gebäude aber 1812 dem Cultusminister überwiesen; 1816 stiftete die Prinzessin von Bourbon-Condé in denselben ein Benedictinernonnenkloster von der unterbrochenen Anbetung. Boulevard, Rue u. Faubourg du T. führen noch jetzt davon den Namen.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 17. Altenburg 1863, S. 365.
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