Wand [1]

[837] Wand, 1) die abhängige Seite eines Berges od. Felsens, s.u. Berg 1); 2) das dem Bergmann entgegenstehende Gestein; enthält es Erz, so heißt es Erzwand od. Wanderz, enthält es taubes Gestein, Erdwand, Bergwand od. Wandberg; daher Wand wird feige, wenn sich das Gestein loszureißen droht. W. zersetzen, zerstufen, einen Stein in kleine Stücken zerschlagen. W. ziehet sich, wenn das Gestein einzustürzen drohet. 3) (Gang), das in einem Erzgange losgearbeitete große Stück; 4) ein jeder Stein, er sei groß od. klein, in der Grube od. im Freien; 5) eine senkrechte Fläche, welche durch eine Mauer gebildet wird od. auch diese selbst. Im ersteren Falle nennt man sie bes. Wandfläche. Im letzteren Falle bezeichnet man mit W. meist nur die schwächeren, aus Fachwerk od. Bietern construirten Umfassungen u. Scheidungen u. unterscheidet daher Umfassungswände, welche ein Gebäude umgeben, u. Schiedwände, (Scheidewände), welche das Innere des Gebäudes in die einzelnen Gemächer abtheilen. Nach dem [838] Material unterscheidet man steinerne Wände od. Mauern u. hölzerne Wände, u. zwar: Breter-, Fachwände, Bundwände, Bohlenwände, Blockwände od. Wände der Blockhäuser; ferner Lehm od. Wellerwände u. endlich noch tragbare leichte od. spanische Wände; 6) die starken Taue, welche fast senkrecht an den Masten ausgespannt sind, um dieselben festzuhalten; sie heißen nach den verschiedenen Masten die große W., Besanwand, Fockwand, Blindewand etc.; 7) (Vogels.), so v. w. Gang 9); 8) die Garne, welche um einen Vogelheerd aufgestellt sind; 9) ein dünner flächenartiger Körper, welcher einen Raum einschließt, z.B. Wände des Magens, der Blase u. dgl.; 10) bei dem Rothwild die Rippenstücke; 11) die Schärfe od. der Rand an den Schalen des Hirsches; 12) der obere, von außen erhabene Theil eines Pferdehufes; 13) bei einem gezogenen Gewehrlauf die erhabenen Theile zwischen den Zügen; 14) ein Gewebe (vgl. Leinwand), auch ein daraus verfertigtes Kleidungsstück; 15) an der Kupferdruckerpresse die zwei Stücken Holz, in welchen die Büchsen sind; 16) die Seiten eines Sieles, die dicht an einander schließenden Pfähle eines Höftes; 17) s. Schriftgießen A.).

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 18. Altenburg 1864, S. 837-838.
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837 | 838
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