Blocksberg

*1. Dass du auf dem Blocksberge wärest!

In Lichtenberg's Schriften findet sich über diese Redensart die Abhandlung: Ein Traum. Der Verfasser bemerkt in einer Note: »Diese Verwünschung verträgt sich wirklich mehr als irgendeine mit christlicher Liebe; sie thut nämlich durch Affect Genüge und hebt die Wiederkehr des Verwünschten nicht auf, wodurch sie sich sehr von andern unterscheidet, die man, im christlichen Deutschland wenigstens, blos mit Anfangsbuchstaben und Punkten druckt. Wer eine sehr merkwürdige Verwünschung auf den Blocksberg lesen will, wird sie in den Staatsanzeigen (Bd. 4, Heft 2, S. 142) finden.«


*2. Ik wull dat du uppen Blocksberge seetst. Eichwald, 136.


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zu1.

In der Altmark: Ick woll, du werst upp'n Blocksberg. (Danneil, 20.) Damit in der Walpurgisnacht die nach dem Blocksberge ziehenden Hexen der Stadt u.s.w. oder den einzelnen Häusern keinen Schaden zufügen, bezeichnen in der Altmark die Knaben die Hausthüren und die Mittelsteine des Pflasters mit Kreidekreuzen. Auch spotten die Kinder über einen Kutscher, der anspannt durch den Gesang: »Johann, spann' an, drê Katten voran, drê Müs' vöörupp, nao'n Blocksberg 'rupp.« – Elze, Unbekannte Fremdlinge in Ueber Land und Meer, 28. Bd. Nr. 30, vermuthet, dass der Blocksberg den Sagen nach ursprünglich ein »Boksberg« gewesen zu sein scheine, wie Sliwenza in Krain und der Block in Kroatien, von dem slavischen Bog (Czerny-Bog), Teufel, was ja auch den deutschen Blocksbergsagen entspricht.


zu2.

Der Insulaner, der als Schiffer sehr derb in Ausdrücken ist, ohne dass er's gerade so schlimm meint, begnügt sich mit dieser Verwünschung noch nicht. So sagt z.B. der Wangerroger, wenn er in seiner Art wünscht: »Ik wul, dat du Gottsdonnerslag up Blocksbarg stinst, du, Satan, merkest du nun Farthreit.« (S. Thurm 33.) (Kern, 10.)


*3. Auf den Blocksberg reiten.

Den Hexentanz halten, sich bei einer Hexen- oder Zauberversammlung einfinden.

Frz.: Aller (venir) au Labat. (Kritzinger, 628.)


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 1. Leipzig 1867.
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