Rechte (das)

1. Dat is 't Rechte, wor de Brut um danzet. – Eichwald, 213.


2. Ebbes (etwas) Rechts hat nex Schlechts. (Schwaben.)


3. Entweder etwas Rechtes oder gar nichts.


4. Etwas Rechtes leidet (bringt) nichts Schlechtes. – Mayer, I, 177; Sailer, 141; Siebenkees, 35; Simrock, 8246; Körte, 4975.

Lat.: Aut rex, aut asinus. (Sutor, 211.) – Fortes creantur fortibus et bonis. (Horaz.) (Binder I, 577; II, 1182; Frob., 305.)


5. Mit dem Rechten ist gut fechten.

Mit dem, was recht und gut ist, kommt man bald zu rechte, das Unrechte und Schlechte aber macht viel Wesens.

Lat.: Simplex recti cura est, multiplex pravi. (Seneca.) (Philippi, II, 187.)


6. Nünt rechts thuet nünt rechts, het der Bettelman zum Grüschwegge g'seit. – Sutermeister, 41.


7. Was etwas Rechtes werden will, fängt beizeiten an.

Lat.: Magnorum fluviorum navigabiles fontes. (Binder I, 919; II, 1744; Erasm., 712.)


8. Wenn einer auch das Rechte thut, es dünkt nicht alle Leute gut. – Suringar, CXXXIV, 4.


9. Wer etwas Rechtes kann, nimmt auch Mores an.

Lat.: Scilicet ingenium placida mollitur ab arte et stadio mores convenienter eunt. (Ovid.) (Philippi, II, 169.)


*10. Das wär' das Rechte, dann kommst du vom Hund auf den Bettelsack. – Simrock, 5078.


*11. Er hat was Rechtes, es sind Hülsen ohne Kerne.


*12. Es ist was Rechtes.

Lat.: Non certatur de oleastro. (Binder II, 2139; Buchler, 193.)


*13. Es wird nichts Rechtes gesagt (gemacht).

»Gesetzt, dass sie einmal die stumpffen Zähne schärften, wird doch nichts rechts gesagt.« – »Haben sie eine kleine Arbeit gethan, so meinen sie, sie hätten sich mächtig übernommen und was rechts versucht.« (Keller, 130a u. 161a.)


*14. Etwas Rechtes oder nichts.

It.: O Cesare, o niente. – O ricco mercante, o povero pollajuolo.


*15. Wans etwas rechts wäre, wär' es schon längsten hin. – Sutor, 174.

Lat.: Malum vas non frangitur. (Seybold, 297.)


[Zusätze und Ergänzungen]

16. Thu' nur das Rechte in deinen Sachen; das andere wird sich selber machen. – Körte2, 7475; Goethe, II, 322, Ausgabe von Hempel.


17. Wer das Rechte hat zu sagen, weiss es auch recht vorzutragen. – Frieske, 12.


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 3. Leipzig 1873.
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