Salbe

1. Die beste Salbe ist in kleinen Gefässen. – Schweiz, I, 24, 11.


2. Eine Salb ist nicht gut zu allen Schäden. – Lehmann, 581, 10.


3. Es gibt eine Salbe für jede Wunde.

Engl.: There's a salve for every sore. (Bohn II, 129.)

It.: A ogni cosa è rimedio fuora ch'alla morte.


4. Es ist keine Salbe, die vorm Galgen schützt.

Schwed.: Ingen sabel før galgen. (Grubb, 391.)


5. Hätt ich ein gute Salben, die das Alter hintertrieb, o ich wollt mich allenthalben schmieren, dass ich jünger blieb. – Gerlach, 71.


6. Man kan ein Salben nicht zu allen Schäden brauchen. – Lehmann, 50, 27.


7. Man kann nicht mit Einer Salbe alle Augen heilen.


8. Wenn die Salbe gut ist, so pflastere dich selber.

Holl.: Als de zalf goed is, besmeer er u zelven meê. (Harrebomée, II, 491a.)


*9. Dar is kên Salbe mehr an to striken. – Eichwald, 1633.

Holl.: Daar is geen zalf aan te striken. (Harrebomée, II, 491a.)


*10. Das ist eine Salbe, die weder nützt noch schadet.

Frz.: C'est de l'onguent miton mitaine. (Lendroy, 1110.)


*11. Das ist eine Salbe für ihn.

Holl.: Het is een zalfje voor hem. ( Harrebomée, II, 491a.)


*12. Der ist mit allen Salben geschmiert, nur mit der rechten nicht. (Oberösterreich.)

Von einem durchtriebenen Menschen mit schlechtem Charakter.


*13. Er bringt die Salbe unter die Linsen.


*14. Er ist wie die weisse Salbe. – Frischbier2, 3197.

Ein schwacher, willenloser Mensch.


*15. Mit Einer Salbe alle Krankheiten (Schäden) heilen (alle Wunden schmieren). – Eiselein, 838; Seybold, 160; Braun, I, 3698.

Holl.: Met ééne zalf allerhande wonden genezen. (Harrebomée, II, 491a.)

*16. Mit allen Salben geschmiert sein.

Ein durchtriebener Mensch, ein Pfiffikus.


*17. Nach unflätiger Salbe riechen.


*18. Wenn seine Salbe was taugte, so schmierte er sich selber damit.

Holl.: Was zijne zalf goed, hij smeerde er zich zelven mede. (Harrebomée, II, 491a.)


[Zusätze und Ergänzungen]

19. Durch Salben und durch Reiben lässt jedes Uebel sich vertreiben.

It.: Ungi e frega ogni mal si dilegua. (Giani, 971.)


Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 3. Leipzig 1873.
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