Schabab

*1. Einem den Schabab geben.

Schabab ist eine imperativische Bildung, die schon mittelhochdeutsch vorkommt (Mhd. Wb., II, 260) und seitdem im Volksmunde üblich geblieben ist, besonders als: Schabab sein und werden. (Köhler, 258.)


*2. Er ist fürbass schabab und ausgeschlossen. Eiselein, 541.

»Das ebräische Wort Schabab ist deutsch worden, und heisst verwerflich Ding, als Kehricht, Schlacken, Späne, Schaum, Spreu, Trestern.« – »Wir wollen gern das Kehricht und Sohabab sein, nur dass uns frei bleibt unsern Glauben zu bekennen.« (Luther.)


*3. Er ist Schabab.

Ein armer, verächtlicher oder verachteter Mensch. Verwandt mit Schuft von schieben = der Ausgeschobene, Ausgestossene, der Auswurf, so Schabab = der Abgeschabte oder nach den Niederländischen schavuit = der Schabaus, der Ausgeschabte. (Vgl. Weigand, Wb., II, 643.) Bei Fischart (Gesch., 4): »Schabab ist mir gewachsen ein ganzer Garten voll.« Auch wol Schaffab; doch scheint diese Form, wie schon Sandvoss (Sprichwörterlese, 89) bemerkt, auf Misvertändniss zu beruhen. »Wie man in allen Händeln sicht, das, der da ringt nach grosser Hab, erlanget nichts und bleibt Schabab.« (Waldis, II, 38, 34.) »Ja, wenn Homerus selber kem vnd all sein musas mit jm nem, vnd brecht kein gelt, noch gut, noch hab, man jagd jn aus vnd blieb Schabab.« (Waldis, III, 92, 11.) Ausserdem führt Sandvoss (a.a.O.) noch folgende Stellen aus Rosenplüt von den sieben Meistern (bei Gottsched, Nöth. Vorrath, S. 42 u. 63) an: »Wer das nicht kann, der ist ein Schabab.« Und: »Da hett man mich lieb, dieweil ich gab; da ich nimmer hett, da was ich Schabab.« »Ich weiss ein Kraut, das heisst Schabab.« (Ambr. Liederbuch, CI, 10.)


*4. Er muss aller Schabab sein.Eiselein, 541.


*5. Ich bin wieder Schabab geworden.

Ich bin bei der Wahl durchgefallen. Alfr. Hartmann, Junker Hans Jakob von Staal (Solothurn 1861, S. 47.) »Wolhin, wolhin, wolhin, ich bin schabab (d.i. schimpflich abgewiesen).« (Clara Hätzlerin, I, 104, 25.)


*6. Schabab müssen.Clara Hätzlerin, II, 58, 231.

D.h. fort müssen.

Quelle:
Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 4. Leipzig 1876, Sp. 38.
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