Maximilian

[89] Maximilian (Alexander Philipp), Prinz von Wied, geb. am 23. Sept. 1782 zu Neuwied, und berühmt wegen seiner Reisen in Amerika, ist der Bruder des seit 1802 regierenden Fürsten August von Wied und diente früher im preuß. Heere, wo er als Major seine Entlassung nahm. Schon frühzeitig zu Naturbeobachtung hingezogen und nach dem Ruhme der Entdecker noch unbekannter Länder verlangend, begab er sich 1813 über England nach Brasilien, wo er von Rio Janeiro aus in Begleitung zweier Landsleute, Namens Fellow und Freyreiß, und mehrer bewaffneter Diener die Gegenden an der Ostküste mit Ausdauer und Umsicht bereiste und reiche naturhistorische Sammlungen anlegte. Oft hatte er gefährliche Begegnungen mit den wilden Bewohnern des Landes, unter denen er von den Botocuden (s.d.) die erste Nachricht gegeben hat, und mußte sich mit seinen Gefährten durch die Urwälder den Weg mit der Axt bahnen. Gesundheitsrücksichten und allerlei widrige Zufälle bewogen ihn, 1817 über Lissabon in die Heimat zurückzukehren, wo er die prächtig ausgestattete Beschreibung seiner »Reise nach Brasilien in den Jahren 1815–17« (2 Bde., Frankf. 1819–26), sowie später mehre kleinere und größere verdienstliche Schriften zur Naturgeschichte Brasiliens herausgegeben, im J. 1833 aber eine neue Reise nach dem westl. Nordamerika unternommen hat, mit deren Beschreibung er jetzt beschäftigt ist.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1839., S. 89.
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