Raitzen

[621] Raitzen und Rascier heißt ein Volk slawischen Ursprungs, welches in Serbien und Illyrien Wohnsitze hatte, im 9. Jahrh. als ein kleiner Volksflamm erwähnt wird, jetzt aber in allen Theilen des osman. Reiches in Europa, in Siebenbürgen [621] und Ungarn verbreitet ist, wo in manchen Städten, z.B. in Ofen, ganze Stadttheile nach ihnen »Raitzenstadt« genannt werden. In Ungarn ließen sich viele unter Leopold I. nieder und wurden, indem sie den Papst als Kirchenoberhaupt anerkannten, unirte Griechen, zum Theil aber blieben sie als sogenannte Altgläubige oder Starowizi bei ihren herkömmlichen Meinungen und stehen mit unter dem Erzbischofe von Carlowitz, dem geistlichen Haupte der nichtunirten Griechen in den östr. Staaten.

Quelle:
Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1839., S. 621-622.
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