Weide

[679] Weide, Felbe, lat. Salix, ist eine artenreiche Gattung von Baum- und Buschholz, die sich durch raschen Wuchs und mancherlei Nutzbarkeit auszeichnen, wie z.B. als Brennholz, zu Reisen für Böttcher, Material für Korbmacher, Siebmacher, Benutzung der Rinde zum Gerben und von einzelnen Arten als Heilmittel, und die weist in feuchtem Boden am besten gedeihen. Als Brennholz hat das der Weiden zwar meist nur den halben Werth von Buchenholz, allein es kann von verhältnißmäßig kleinem Raume in kurzer Zeit in beträchtlicher Menge erhalten werden. Gewöhnlich geschieht das durch Behandlung als Kopfholz, wozu baumartige Weiden sich am besten eignen. Dahin gehören die weiße Weide, die größte von allen, welche jung eine glatte und gelbgrüne, im Alter eine aschgraue, seingerissene Rinde hat; von jungen Stämmen wird sie als Stellvertreter der Fieberrinde benutzt; die Saalweide, an welcher die Rinde der jungen Triebe braungrün, an den ältern Stämmen aschgrau sieht und die von allen Weiden das festeste Holz hat, dessen Kohle zur Bereitung des Schießpulvers benutzt wird; die gelbe Weide mit dottergelber Rinde an jungen Trieben, die im Winter röthlichgelb sieht, an allen Stämmen grau und aufgerissen ist; die Knackweide mit braunrother Rinde an jungen Zweigen. Die strauchartigen Weiden kommen besonders an Flüssen, Teichen und Sümpfen vor, helfen oft die Ufer zweckmäßig befestigen und geben vorzüglich das Material für Korbmacher. Es gehören dahin die Bachweide mit braunrothglänzenden jungen Trieben, die Korbweide mit graugrüner Rinde der jungen Zweige und den längsten Blättern von allen Weidenarten, die in sandigen Gegenden meist über den Boden hinliegende Sandweide, von der die feinsten Ruthen zur Flechtarbeit kommen.

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Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1841., S. 679.
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