Krebs [2]

[1017] Krebs (Carcinōma), bösartige, durch Wucherung normaler Gewebeelemente entstehende, stetig weiter um sich greifende Geschwulst, bestehend aus einer faserigen Grundsubstanz und zahlreichen mikroskopischen (Krebszellen); überwiegt das Fasergerüst, so heißt er Faser-K. (harter K., Scirrhus); wenn die Geschwulst zellenreich ist, Markschwamm, auch Hirn-K. (weicher K.). Der K. hat gewöhnlich die Form von Knoten oder Knollen, die allmählich auch benachbarte Teile ergreifen, bis sie erweichen, aufbrechen und zu stark jauchenden Krebsgeschwüren zerfallen; er kann auch auf Lymphdrüsen und innere Organe übertragen werden (Krebsmetastasen). Beim Manne kommt K. am häufigsten an der Unterlippe, beim Weibe an der Brustdrüse und Gebärmutter vor, sonst noch im Magen, Mastdarm, Kehlkopf, an der Zunge etc. Heilung nur durch sehr frühzeitige Operation möglich. Ursache noch unbekannt; es ist noch zweifelhaft, ob er ansteckend oder erblich ist. 1900 bildete sich in Berlin ein Komitee für Krebsforschung; auch bestehen seit 1902 Institute für Krebsforschung in Berlin und Frankfurt a. M., ersteres der Charité, letzteres dem Institut für experimentelle Therapie angegliedert. – Vgl. Adamkiewicz (1893, 1903), Pfeiffer (1893), Pianese (deutsch 1896), Fütterer (1901), Spude (1904).

Quelle:
Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 1. Leipzig 1911., S. 1017.
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