Aal

[4] Aal, eine Thiergattung, von welcher man lange nicht gewußt hat, wohin sie zu zählen sei, ob zu den Schlangen, zu den Fischen oder zu den Amphibien, zu den eierlegenden oder zu den lebendig gebärenden Thieren, und Vieles davon ist noch unentschieden, weil der Aal nicht in unseren Gewässern, sondern höchst wahrscheinlich in der See Junge bekommt. Bereits halb erwachsen tritt er in die Flüsse, geht aufwärts bis zu den Bächen, welche in die Weichsel, Elbe und Havel münden und erreicht eine Länge von 5–6 Fuß. Man fängt ihn durch in die Flüsse gestellte Gitter und selbst auf dem Lande, wohin er oft des Nachts kommt, um sich namentlich auf Erbsenfeldern Nahrung zu suchen, die aber in der Regel aus Insekten, Fröschen, Würmern, Krebsen und kleinen Fischen[4] besteht. Die Zeit der Aalfischerei fällt in die Monate vom März bis zum October. Die gesalzenen und marinirten Aale kommen hauptsächlich aus Italien und dem südlichen Frankreich, die geräucherten aus dem nördlichen Deutschland; England schickt uns getrocknete Meeraale. Das Fleisch dieses Fisches ist sehr nahrhaft, aber wegen seiner Fettigkeit auch sehr unverdaulich; die einfachste Zubereitung ist die beste; gebacken, geräuchert u. s. w. ist sein Genuß noch schädlicher. Den Aal lebendig aufzubewahren, bedient man sich der Fischhälter und in Ermangelung deren eines Gefäßes, mit frischem Grase und Erde gefüllt, nur muß man ihn vor Kälte in Acht nehmen.

V.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 1. Leipzig 1834, S. 4-5.
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