Mauritius (15)

[340] 15Mauritius (11. Jan.), der vierundfünfzigste Erzbischof von Rouen, früher Bischof von Le Mans, zählt zu den frömmsten und verdienstvollsten Oberhirten der französischen Kirche. Gewählt nach einer Sedisvacanz von einem Jahre als Nachfolger Theobalds († 1229), machte er sich um die Reformation der Kirchenzucht durch Abhaltung von Synoden und Visitationen sehr verdient. Im J. 1233 verhängte er das Interdict über die Diöcese. Seine Oekonomen berechneten die Einkünfte der erzbischöflichen Mensa auf 12,000 Pfund; er aber wollte, daß sie zwei bis drei Tausend auf seine und seines Haushalts Bedürfnisse verwenden: »im Uebrigen besitze ich nichts, es ist Armengut, verwendet es für die Armen«. Eine Rücksicht auf Personen und Stände in seinen Maßnahmen kannte er nicht. Unzüchtige Priester strafte er unbarmherzig. Er starb während der Octave der Epiphanie des Jahres 1235 und wurde am 11. Januar in seiner Kathedrale bestattet. (Gall. chr. X. 62. 63).


Quelle:
Vollständiges Heiligen-Lexikon, Band 4. Augsburg 1875, S. 340.
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