Theokrit

[454] Theokrit, der ausgezeichnetste bukolische Dichter der Hellenen, stammte aus Syrakus und lebte 269–214 v. Chr. theils zu Alexandrien am Hofe des Ptolemäus Philadelphus, theils in Sicilien bei Hiero dem jüngern; er soll wegen Schmähungen über den Sohn desselben hingerichtet worden sein. Seine 30 Idyllen in dorischer Mundart haben blutwenig Aehnlichkeit mit den Idyllen Geßners u. anderer moderner Dichter, sondern sind voll Kraft und Naturtreue, auch mit mythologischen und andern der bukolischen Dichtkunst fremden Elementen vermischt. Die Aechtheit mancher ist angefochten. Auch epigrammatische Spielereien, bei denen die Form z.B. die Zahl der Buchstaben das Wichtigste war, werden dem T. zugeschrieben. Erste Ausgabe zugleich mit Hesiod von Aldus in Venedig 1495, neueste mit Bion u. Moschus von Jacobs, Wüstemann (1830) und Ahrens (Lpz. 1855 ff.), Uebersetzungen von Voß (1815), Mörike und Notter (Stuttg. 1855).

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, Band 5, S. 454.
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