Ankerspill [3]

[39] Ankerspill . Der Bau von Ankerspillen hat in den letzten Jahren, namentlich seitdem die deutsch 2 Hilfsindustrie für den Schiffbau sich von England unabhängig gemacht hat, beachtenswerte Fortschritte erfahren. Durch die Einführung der Dieselmaschine für den Schiffsantrieb kam für Frachtschiff B ohne Hilfskessel der elektrische Antrieb mehr in Aufnahme. Durch die gewaltigen Steigerungen der Schiffsabmessungen und der hiermit wachsenden Anker- und Kettengewichte wurden die moderne: 1 Spillanlagen zu mächtigen Hebezeugen.

Fig. 1 stellt die Spillanlage, der Riesenschnelldampfer der Hamburg-Amerika-Linie, »Imperator«, »Vaterland« und »Bismarck«, dar, deren Hebekraft rund 45 t beträgt. Die Verteilung der drei großen Spillköpfe von 1000 mm Teilkreisdurchmesser in der Kettennuß sowie der vier Verholspille mit ihren Dampfantriebsmaschinen ist aus der Zeichnung zu ersehen. Die Dampfmaschinen für die Ankerspille werden stets als Zwillingsmaschinen mit unter 90° versetzten Kübeln ausgeführt. Das Umsteuern erfolgt meist durch Wechselschieber, welche nach Art der [39] Dampfsteuerapparate durch ein Handrad vom Oberdeck aus betätigt werden (g, Fig. 1). Die Kettennuß ist durch eine Lamellenkuppelung (Fig. 2) mit der Spillwelle elastisch und zum Ein- und Auskuppeln verbunden. Die Lagerung und Verbindung der Lamellen mit der Kettennuß einerseits und dem Mitnehmer andererseits geht aus Fig. 3 hervor. Das Zusammenpressen der Lamellen D erfolgt durch das Handrad E mit mäßiger Kraftanstrengung (30–40 kg) derart, daß mit Hilfe der auf der Spillwelle aufgesetzten Gewindebüchse G mit selbstsperrendem Gewinde der Halter H gehoben wird, so daß die Lamellen durch den Druckring I von unten nach oben gegeneinander gepreßt werden, damit beim Lösen der Kuppelung die Lamellen durch ihr Eigengewicht sich leichter voneinander abheben. Der spezifische Flächendruck auf die Lamellen beträgt 10 bis 20 kg/qcm, die Stärke derselben 6 bis 10 mm.


Literatur: [1] A. Bodenmüller, Schiffshilfsmaschinen und deren Konstruktion u. Berechnung, Leipzig 1914. – [2] W. Kaemmerer, Hilfsmaschinen und Sicherheitseinrichtungen für Schiffe, Berlin 1915. – [3] Klamroth, Schiffsmaschinenkunde, Berlin 1916.

T. Schwarz.

Fig. 1.
Fig. 1.
Fig. 2.
Fig. 2.
Fig. 3.
Fig. 3.
Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 1 Stuttgart, Leipzig 1920., S. 39-40.
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