Deutsch

[688] Deutsch (got. thiudisks, althochd. diutisc, mittellatein. theodiscus, mittelhochd. tiutsch, altsächs. thiudisc, niederd. düdesk, dütsch, niederländ. duitsch, schwed. tysk, dän. tydsk) stammt von einem germanischen Substantiv für »Volk« ab (got. thiuda, althochd. diota, diot, mittelhochd. diet, neuhochd. in Eigennamen wie Dietmar, Dietrich) und bedeutet daher ursprünglich soviel wie volksmäßig, dem Volk angehörig. Zunächst wurde so die Sprache bezeichnet, im Gegensatze zur lateinischen Kirchen- und Urkundensprache; dann das Volk, das diese Sprache redete. Die Schreibung teutsch ist in der ältern Sprache speziell oberdeutsch; sie wurde im 16. und 17. Jahrh. noch vielfältig angewendet und im 18. Jahrh. wieder künstlich belebt, ohne daß derselben für die Gegenwart irgend welche Berechtigung zukäme.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1906, S. 688.
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