Draconītes

[158] Draconītes (eigentlich Drach oder Trach), Johann, namhafter Beförderer der Reformation, geb. 1494 in Karlstadt (daher auch Johann Karlstadt genannt), gest. 18. April 1566 in Wittenberg, war seit 1514 Magister in Erfurt. Infolge seiner Parteinahme für Luther 1521 aus Erfurt vertrieben, ging er nach Wittenberg, ward 1523 als Prediger nach Miltenberg berufen, mußte aber hier der Verfolgung weichen. 1525 wurde er Pfarrer zu Waltershausen bei Gotha, 1534 Prediger und Professor der Theologie in Marburg und, nach mehrjährigem Aufenthalt in Lübeck, 1551 in Rostock. Zänkereien, an denen er nicht schuldlos war, veranlaßten ihn, 1561 einen Ruf als Präsident des Bistums Pomesanien in Preußen anzunehmen. Schon in demselben Jahre aber begab er sich nach Wittenberg, um den Druck einer von ihm veranstalteten, aber nicht vollendeten Polyglotte zu leiten. Sein Hauptwerk ist: »Gottes Verheißungen von Christo« (Lübeck 1549–50, 2 Tle.).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 158.
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