Gresley

[281] Gresley (spr. grälä), Henry François Xavier, franz. Kriegsminister, geb. 9. Febr. 1819 in Vassy (Ober-Marne), gest. 2. Mai 1890 in Paris, trat als Leutnant in den Generalstab ein. 1847 ging er nach Algerien, wurde bei dem Angriff auf Zaatcha (1849) verwundet und hierauf bei den arabischen Bureaus angestellt, in welcher Stellung er bis 1870 blieb. Beim Ausbruch des Krieges von 1870 wurde er zum General und Generalstabschef der Kavallerie des 1. Korps ernannt und wohnte der Schlacht von Sedan bei. Nach dem Frieden erhielt er eine Anstellung im Kriegsministerium und arbeitete eifrig an der Reorganisation der Armee. 1874 ward er Chef des Generalstabs, 1875 Divisionsgeneral. Als 1877 das antirepublikanische Ministerium Rochebouet eingesetzt wurde, nahm er seine Entlassung, da er sich zur republikanischen Partei bekannte. Er wurde deshalb auch nach dem definitiven Siege der Republik 13. Jan. 1879 zum Kriegsminister ernannt und 27. Mai zum lebenslänglichen Senator erwählt; er schloß sich dem linken Zentrum an und suchte das Heer in republikanischem Sinne zu beeinflussen. Am 28. Dez. 1879 nahm G. seine Entlassung, wurde im März 1880 zum Kommandeur des 5. Armeekorps in Orléans ernannt und 1883 verabschiedet.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 8. Leipzig 1907, S. 281.
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