Hawkins

[14] Hawkins (spr. haokĭns), 1) Sir John, engl. Seefahrer, geb. um 1520 in Plymouth, gest. 21. Nov. 1595, war einer der ersten englischen Sklavenhändler und erwarb durch Menschenhandel zwischen Afrika und Westindien großen Reichtum. Von der Königin Elisabeth ausgezeichnet, wurde er zum Schatzmeister und 1588 zum Vizeadmiral der gegen die spanische Armada ausgesendeten Flotte ernannt und zur Belohnung für seine Verdienste zum Ritter erhoben.

2) Sir John, engl. Musikhistoriker, geb. 30. März 1719 in London, gest. daselbst 21. Mai 1789, wirkte als Advokat und in Richterämtern bis 1753, wo eine reiche Heirat ihn in den Stand setzte, sich ganz seinen literarischen Neigungen zu widmen. Obgleich nicht selbst Musiker und daher auf die Mitarbeit von Fachmusikern angewiesen, veröffentlichte er 1776 eine an selbständigen Forschungen ergiebige »History of the science and practice of music« in 5 Bänden, die erste bis in die Neuzeit geführte Geschichte der Musik überhaupt (neue Ausg., Lond. 1876, 2 Bde.).

3) Benjamin Waterhouse, Naturforscher, geb. 8. Febr. 1807 in London, gest. 1889 in New York, widmete sich der Bildhauerkunst, seit 1827 aber den Naturwissenschaften und seit 1852 speziell der Geologie. 1842–47 lebte er, mit dem Studium der Tierwelt beschäftigt, in Knowsley und veröffentlichte »Gleanings from the menagerie at Knowsley« (1850). 1852–55 lieferte er für die Kristallpalastgesellschaft 30 z. T. kolossale Reproduktionen der gigantischen ausgestorbenen Tiere. Eine ähnliche Arbeit übernahm er nach seiner Übersiedelung nach New York 1868 für den dortigen Zentralpark. Er schrieb: »Popular comparative anatomy« (Lond. 1840); »Elements of form« (1842); »Comparative view of the human and animal frame« (1860); »Artistic anatomy of the horse (1865), of the cattle and sheep (1867), of the dog and deer« (1876); mit Huxley gab er einen »Atlas of elementary anatomy« (1865) heraus.

4) Anthony Hope, engl. Schriftsteller, vorwiegend auf dem Gebiete des Romans tätig, geb. 1863 in London, erhielt seine juridische Ausbildung m Oxford, wirkte in London als Advokat bis 1894 und lebt seitdem als Literat. Sein erster Roman: »A man of Mark«, erschien 1890. Von den vielen spätern sind »The heart of princess Osra« (1896), »The Kings mirror« (1899) und »Quisanté« (1900) zu erwähnen. Als Dramatiker erzielte er mit »The Adventure of Lady Ursula« (1898) nachhaltigen Erfolg.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 9. Leipzig 1907, S. 14.
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