Huxley

[681] Huxley (spr. höcksli), Thomas Henry, Naturforscher. geb. 4. Mai 1825 in Ealing bei London, gest. 29. Juni 1895 in Eastbourne, studierte Medizin in London, begleitete 1846–50 den Kapitän Owen Stanley auf einer Expedition nach Australien und erhielt 1855 die Professur für Naturgeschichte an der königlichen Bergschule in London, die später dem Royal College of Science einverleibt wurde, auch war er Dekan und Professor der Biologie dieses College. 1856–58 und 1863–67 lehrte er Physiologie an der Royal Institution, 1863–69 war er Professor der vergleichenden Anatomie am Royal College of Surgeons in London, 1870–72 Mitglied der ersten Schulbehörde in London, 1870–75 Mitglied der königlichen Kommission für Förderung des wissenschaftlichen Unterrichts, 1881–85 Inspektor der Lachsfängerei, und 1892 wurde er zum Mitglied des Geheimen Rates ernannt. Als Ergebnis seiner Reise nach Australien veröffentlichte er: »The ozeanic hydrozoa« (Lond. 1859). Seit 1855 beschäftigte er sich vorwaltend mit der Anatomie der Wirbeltiere und nahm bald eine der Owenschen entgegengesetzte Stellung ein. Großes Aufsehen erregte sein Buch »Evidence as to man's place in nature« (3. Aufl., Lond. 1864; deutsch von Carus, Braunschw. 1863), in dem er nachwies, daß die anatomische Verwandtschaft des Menschen mit den anthropomorphen Affen viel größer ist als die zwischen den letztern und den übrigen Affen. Von weitern Arbeiten Huxleys sind noch zu nennen: »On our knowledge of the causes of the phenomena of organic nature« (1863; deutsch von Vogt, 2. Aufl. von Braem, Braunschw. 1896); »Elementary atlas of comparative osteology« (1864); »Lectures on comparative anatomy« (1864); »Lessons in elementary physiology« (1866, 4. Aufl. 1885; deutsch von Rosenthal, 3. Aufl., Leipz. 1891–93); »The physical basis of life« (1868); »Anatomy of vertebrated animals« (1871; deutsch von Ratzel, Bresl. 1873); »Lay serm ons, addresses and reviews« (1871, 9. Aufl.; nach der 5. Aufl. deutsch von Fritz Schultze: »Reden und Aufsätze«, Berl. 1877); »Critiques and addresses« (1873); »Physiography« (mit Rudler, 1877; 2. Aufl. 1888; deutsch, Leipz. 1884); »Anatomy of the invertebrated animals« (1877; deutsch von Spengel, das. 1878); eine kurze Biographie D. Humes (1878); »Practical instruction in elementary biology« (mit Martin, 1875; 3. Aufl. von Howes und Scott, 1887; deutsch, Stuttg. 1881); »American addresses« (1877; deutsch von Spengel, 2. Aufl., Braunschw. 1882); »The crayfish« (1879, 4. Aufl. 1884; deutsch: »Der Krebs«, Leipz. 1881); »Introductory primer of Science« (1880; deutsch von O. Schmidt, 2. Aufl., Straßb. 1890; 3. Aufl. von Hensel, 1895); »Science and culture, and other essays« (1881); »Essays on some controverted questions« (1892); »Evolution and ethics« (1893). Eine Sammlung seiner Essays erschien 1893–94 in 9 Bänden. Die »Scientific Memoirs of Th Henry H.« gaben Foster und Lankester heraus (Lond. 1898–1902, 4 Bde.; Supplement 1903). Deutsch erschien: »Soziale Essays« (Weim. 1897). Seine Biographie schrieben sein Sohn Leonard Huxley: »Life and letters of Thomas Henry H.« (1900, 2 Bde.; neue Ausg. 1903, 3 Bde.), und P. C. Mitchell, »Thomas Henry H., sketch of his life and work« (1900). 1900 wurde ihm in London ein Denkmal (von Onslow Ford) errichtet, ein andres (von Bowcher) 1902 in Ealing.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 9. Leipzig 1907, S. 681.
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