Kayserling

[796] Kayserling, Moritz, jüd. Gelehrter, geb. 17. Juni 1829 in Hannover, studierte seit 1851 in Berlin, wurde 1861 als Rabbiner nach Endingen (Kanton Aargau) und 1870 als Rabbiner und Prediger der israelitischen Gemeinde nach Pest berufen. K. machte sich in weitern Kreisen namentlich durch seine Biographie Moses Mendelssohns (Leipz. 1862, 2. Aufl. 1888) bekannt, der eine andre Schrift: »Moses Mendelssohns philosophische und religiöse Grundsätze« (das. 1856), vorhergegangen war und eine Monographie: »Moses Mendelssohn. Ungedrucktes und Unbekanntes von ihm und über ihn« (das. 1883), folgte. Außerdem schrieb er: »Sephardim. Romanische Poesien der Juden in Spanien« (Leipz. 1859); »Menasse Ben Israel« (Berl. 1861); »Geschichte der Juden in Spanien und Portugal« (das. 1861–67, 2 Bde.); »Der Dichter Ephraim Kuh« (das. 1864); »Die jüdischen Frauen in der Geschichte, Literatur und Kunst« (Leipz. 1879); »Biblioteca española-portegueza-judaica« (Straßb. 1890); »Gedenkblätter. Hervorragende jüdische Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts« (Leipz. 1892); »Christoph Kolumbus und der Anteil der Juden an den spanischen und portugiesischen Entdeckungen« (Berl. 1894; engl., New York 1894); »Die jüdische Literatur von Moses Mendelssohn bis auf die Gegenwart« (in Winter und Wünsches »Die jüdische Literatur«; Sonderausg., Trier 1896); »Ludwig Philippson«, Biographie (Leipz. 1898).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 796.
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