Nupe [1]

[841] Nupe (Nyfe), einst der größte Vasallenstaat Sokotos, jetzt Provinz von Nordnigeria (s. Nigeria), an der Mündung des Binuë in den Niger, etwa 15,000 qkm groß mit (1901) 650,000 Einw. (echten Negern), 44 bis 45 auf 1 qkm. Das sehr fruchtbare Land bringt alle tropischen Früchte hervor; die Wälder enthalten den Butterbaum und andre wertvolle Bäume. Die fleißige, intelligente Bevölkerung baut Reis und Baumwolle und fertigt baumwollene schwarze Gewänder, Lederarbeiten, Glas, gute Schmiedearbeiten und Eisenguß. Die befestigte Hauptstadt Bida, in einer Ebene zwischen dem Niger und dem Kaduna, hat 50000 Einw., große Marktplätze und lebhafte Industrie. Andre Städte sind Rabba (s. d.), Saraki, Ilorin, Egan, Schonga und Lokodja (s. d.), auf das wohl die Bedeutung von Bida übergehen wird. N. (mit Ilorin) wurde 1897 von den Engländern erobert und Nigeria einverleibt. S. Karte bei Art. »Guinea«. – Das Haussakönigreich N. geriet Anfang des 19. Jahrh., als der Fulbe Osman dan Fodio (s. d.) die übrigen Haussastaaten unterwarf, in die Gewalt des islamischen Fulbepriesters Isa, genannt Dando, der mit Hilfe des Fulbekaisers Abdullahi von Gando, eines jüngern Bruders Osmans, die Könige Idirisa und Jibirim tötete und eine eigne Dynastie gründete, die schließlich (1903) von den Engländern vertrieben wurde. Vgl. Mischlich und Lippert, Beiträge zur Geschichte der Haussastaaten (in den »Mitteilungen des Seminars für orientalische Sprachen in Berlin«, 1903).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14. Leipzig 1908, S. 841.
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