Savannen

[645] Savannen (span. Sabánas), die Grasfluren der Tropenländer, die meistens mit hohen, rohrartigen Gräsern bedeckt sind, sich aber von den Prärien und Pampas dadurch unterscheiden, daß Sträucher und Wäldchen inselartig und längs der Flüsse in ihnen auftreten. Auf den S. Afrikas bestimmen Arten von Hibiscus, Hermannia. Phaseolus, Dolichos und einige Proteazeen den Vegetationscharakter, der an der untern Karroo-Terrasse in weite Sandsteppen übergeht. Die Grassteppen Australiens sind mit lichten Eucalyptus-Waldungen bestanden (Waldsavannen), in denen zwischen den in weiten Abständen stehenden Bäumen zur Regenzeit ein blütenreicher Frühlingsflor in raschem Wechsel erscheint. Zuerst blühen Anguillarien, Orchideen, dann Stackhousien, gemischt mit Ranunculus- und Campanula-Arten, später, bis tief in die trockene Jahreszeit hinein, zahlreiche Kompositen. Allmählich verringert sich die Zahl der blühenden Pflanzen, und neben dürren Resten des Gras- und Kräuterteppichs bleibt zuletzt nur eine Sukkulente, Lobelia gibbosa, übrig. Füglich rechnet man zu den S. auch die Campos und die Llanos Südamerikas.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 645.
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