Silva [2]

[474] Silva, 1) Antonio José da, genannt O Juden (»der Jude«), portug. Bühnendichter, geb. 8. Mai 1705 in Rio de Janeiro als Sohn eines getauften Juden, gest. 19. Okt. 1739, studierte in Coimbra Rechtswissenschaft, widmete sich dann der Advokatenlaufbahn in Lissabon, wurde 1726 als des Judaismus verdächtig vor das Inquisitionstribunal gefordert und diesmal zwar freigesprochen, aber 1737 von neuem vorgeladen und nach zweijähriger Gefangenschaft zum Tode verurteilt, welcher Spruch in feierlichem Autodafé vollstreckt wurde. S. ist der Verfasser einer Anzahl burlesk-komischer Dramen oder Singspiele (vom Volk die »Opern des Juden« genannt), worin er in kerniger, volkstümlicher Sprache und mit genialem Humor mythologische Stoffe und altklassische Fabeln parodiert, aber auch echt portugiesische Sitten und Zeitbilder entwirft. Als die bedeutendsten der Stücke sind zu nennen: »Amphytrião«, »Dom Quixote«, »Esopáida«, »Guerras de Alecrim e Mangerona«. Eine Sammlung derselben enthält das »Theatro comico portuguez« (zuletzt Lissab. 1787–92, 4 Bde.). Vgl. Wolf, Dom A. J. de S., der Verfasser der sogen. Opern des Juden (Wien 1860); Da vi d, Les opéras du Juif (Par. 1880); Castello-Branco, O Juden (Porto 1866).

2) Antonio Diniz da Cruz e, portug. Dichter, s. Diniz 1).

3) José da, portug. Schriftsteller, s. Mendes Leal.

4) Luis Augusto Rebello da, portug. Geschichtschreiber, s. Rebello da Silva.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 18. Leipzig 1909, S. 474.
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