Zyklus

[1052] Zyklus (griech. kyklos, »Kreis, Zirkel«, Zykel), eine wiederkehrende Reihenfolge von Jahren, nach deren Ablauf gewisse Zeitverhältnisse oder Erscheinungen sich stets erneuern oder wiederholen. Ein und derselbe Z. zwei- oder mehreremal wiederholt bildet eine Periode (s. d.). Die drei hauptsächlichsten Zyklen, die in den Daten alter Urkunden vorkommen, sind der Sonnenzyklus, Mondzyklus und Indiktionszyklus. Über den Sonnenzyklus (cyclus solaris oder concurrentium, Sonnenzirkel, Z. des Sonntagsbuchstabens) sowie über den Mondzyklus (Z. von 19 Jahren, cyclus lunaris, c. decemnovennalis, Z. der goldenen Zahl) s. Kalender. Die Einführung des Mondzyklus in die kirchlichen Zeitrechnungen wird gleich der des Sonnenzyklus Dionysius dem Kleinen zugeschrieben, der auch das Jahr vor Christi Geburt zum ersten dieses Z. bestimmte. Osterzyklus (cyclus paschalis, canon paschalis, circulus paschae, periodus Victoriana, periodus Dionysiana) oder großes Jahr (annus magnus) heißt eine aus Sonnen- und Mondzyklus kombinierte Periode von 28☓19 = 532 Jahren, nach deren Verlauf Wochentage und Mondphasen wieder in dasselbe Verhältnis zueinander und zu den Monatsdaten treten wie vordem, so daß also der gesamte Kalen der in seine alte Ordnung wieder zurückkehrt. Indiktionszyklus, s. Indiktionenzirkel. In Verbindung mit dem 19jährigen Mondzyklus steht der Epaktenzyklus (s. Epakten).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 20. Leipzig 1909, S. 1052.
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