Akrostĭchon

[248] Akrostĭchon (gr.), 1) Gedicht, wo die Anfangsbuchstaben der Strophen od. Verse ein Wort, bes. einen Namen bilden; eine Künstelei, deren Erfinder Epicharmos (s.d.) sein soll u. welche schon in der Hymnologie der griechischen Kirche viel angewendet wurde; so sind alle Hymnen des Kosmas von Jerusalem akrostichisch; 2) ein Lied, worin die Anfangsworte der Strophen eines Gedichtes die Worte eines Spruches bilden, nach welchem das Lied gedichtet ist, z.B. P. Gerhard's Lied: Befiehl du deine Wege etc. nach Ps. 37,5, Befiehl dem Herrn etc.; Meinen Jesum laß ich nicht, wo jedes dieser Wörter einen Vers anfängt.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857, S. 248.
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