Hymnolŏgie

[669] Hymnolŏgie (v. gr.), 1) Lobgesang, Preis, s. Doxologie; 2) Lehre u. Kenntniß von den religiösen u. geistlichen Liedern u. deren Dichtern u. Sammlungen; daher Hymnolog, Dichter solcher Gesänge u. der sich mit einer Untersuchung derselben beschäftigt. Lieder zur Verherrlichung der Gottheit hatten die heidnischen Völker schon seit den ältesten Zeiten bei ihren Gottesdiensten gesungen, s. Hymne 2). Eine hohe Stufe der Blüthe hatte aber der heilige Gesang frühzeitig bei den Israeliten erreicht; Hymnen im A. T. finden sich z.B. 2 Mos. 15. 5 Mos. 32. Richt. 5. etc., u. das 2 Sam. 1, 18. erwähnte Buch der Redlichen läßt schließen, daß es eine ganze derartige Liedersammlung gegeben habe. Die religiöse Dichtkunst erhielt ihre eigentliche Ausbildung in den Prophetenschulen (s.d.); aber erst seit David beginnt ihre Blüthezeit. David wählte aus dem Stamme Levi 228 Sänger, welche in den Tempeln unter Musikbegleitung heilige Lieder fangen; er selbst gehört zu den ausgezeichnetsten Dichtern derselben, sowie auch Salomo, welcher 1005 geistliche Gesänge gedichtet haben soll. Seit David sind die heiligen Gesänge der Israeliten, theils Ergüsse des subjectiven Gefühls, theils eigentliche Tempellieder, in dem sogenannten Psalter (s. Psalmen) gesammelt. Ähnliche Lobgesänge finden sich im N. T. Luc. 1,46–55. 68–74. 2,14. welche in der apostolischen Zeit in den christlichen Gebrauch übergingen.

Von einer heiligen Dichtkunst mit eigenen neuen Producten in der Christlichen Kirche finden sich schon Spuren in der apostolischen Zeit, so Eph. 5,14. 1 Tim. 5,16; die ersten derselben waren wahrscheinlich bloße Doxologien. Die ältesten christlichen Hymnologen waren meist Gnostiker; den ersten derselben hatte die Syrische Kircheim 2. Jahrh. an Bardesanes, welcher als Nachahmung der Psalmen 150 Lieder mit gnostischen Anhängen dichtete: auch Valentinus aus Alexandrien gehört zu den ältesten Hymnendichtern; vgl. Münter, Odae gnosticae. Kopenh. 1712. Aus der Morgenländischen Kirche ist im 2. Jahrh. nur Athenogenes bekannt; Clemens Alexandrinus schrieb den ältesten Hymnus auf Christus (vgl. Piper, Clementis Hymnus in Salvatorem, Gött. 1835). Auch die Therapeuten in Ägypten sangen in ihren Versammlungen aus alter Überlieferung empfangene Hymnen. Als unter Constantin dem Großen das Christenthum als Staatsreligion anerkannt wurde, erhob sich der Hymnus zu dem eigentlich liturgischen Kirchenliede. Ephräm Syrus im 4. Jahrh., welcher mit den ihm zugeschriebenen 12–14,000 rechtgläubigen Hymnen der Repräsentant der ganzen syrischen H. ist, suchte die ketzerischen Lieder der Gnostiker zu verdrängen. In der Morgenländischen Kirche hatten die Lieder des Arius durch ihr praktisches Christenthum, gegenüber den orthodoxen Hymnen, die meist nur Zusammenstellungen dogmatischer Formeln waren, beim Volke großen Eingang gefunden. Den arianischen Hymnen entgegen dichteten Gregor von Nazianz u. Synesius rechtgläubige Lieder, denen es aber an volksthümlicher Einfachheit fehlte u. die daher auch nicht in das Volk eindrangen. Überhaupt trat dann bei den Griechen die heilige Poesie mehr zurück, u. als man in den folgenden Jahrhunderten über Marien- u. Heiligenverehrung stritt, besangen die rechtgläubigen Kirchenlieder nur die Heiligen u. die Mutter Gottes. Solche Dichter waren: Kosmas, Bischof von Majumena, Andreas, Bischof von Kreta, Germanus, Patriarch von Constantinopel, Joh. Damascenus im 8. u. Theophanes, Metropolit von Nicäa, u. Josephus, Diakon in Constantinopel, im 9. Jahrh.

Dagegen kam das Kirchenlied in der Abendländischen Kirche zu hoher Ausbildung. Der älteste lateinische Hymnolog ist Hilarius von Poitiers im 4. Jahrh., welcher, nach Phrygien verbannt, durch die Arianischen Gesänge veranlaßt wurde, rechtgläubige Hymnen zu dichten, unter denen der Morgengesang Lucis largitor splendide berühmt ist. Unter den Liedern, welche dem Bischof Ambrosius von Mailand zugeschrieben werden, sind viele unechte, unter den echten aber die bedeutenden: O lux beata trinitas (Der du bist drei in Einigkeit), Veni redemptor gentium (Nun komm der Heiden Heiland), Deus creator omnium u.a. Der sogenannte Ambrosianische Lobgesang (Te Deum laudamus), welchen Ambrosius der Sage nach für die Taufe des Augustinus verfertigte, ist sicherlich nicht von ihm, sondern späteren Ursprungs. Den Reim wendete zuerst Damasus, Bischof von Rom (st. 384), in seinen Liedern an. Von ausgezeichneten Hymnendichtern der nächstfolgenden Zeit sind zu nennen: Prudentius in Spanien (st. 405); von ihm ist: Jam moesta quiesce querela (Nun laßt uns den Leib begraben), Augustinus; Paulinus von Nola, Sedulius, welcher der Verfasser von zwei Weihnachtsgesängen ist: A solis ortus cardine (Christum wir sollen loben schon) u. Hostis Herodes impie (Was fürcht'st du Feind Herodes sehr), Enodins, Bischof zu Pavia (st. 521), u. Fortunatus, Bischof zu Poitiers (st. 600), von welchem die Passionshymnen: Pange lingua gloriosi proelium certaminis u. Vexilla regis prodeunt sind. Diese Gesänge singen auch alsbald[669] in das Volk über, u. obwohl alle nicht von Alters her in dem Kirchengebrauch vorhandenen Lieder verdächtig waren, so vertheidigte u. empfahl doch das vierte Concil zu Toledo (633) den Gebrauch solcher Kirchenlieder, wie die von Hilarius, Ambrosius n. And. für den Gottesdienst. Gregor der Große, welcher eine neue Gesangsweise in der Kirche einführte (s.u. Choral), dichtete auch selbst Hymnen, u.a. den Meßgesang Rex Christe factor omnium. Nach ihm sind als Hymnendichter zu nennen: Isidorus, Bischof von Sevilla, Eugenius, Ildefonsus u. Julianus, Bischöfe von Toledo, u. Beda Venerabilis. Karl der Große, welcher den Gregorianischen Kirchengesang nach Frankreich u. Deutschland verpflanzte, beschäftigte sich selbst mit geistlicher Dichtkunst u. soll der Verfasser des Pfingsthymnus Veni creat or spiritus (Komm Gott Schöpfer heiliger Geist) sein; auch seine Freunde Alcuin u. Paulus Diakonus dichteten Hymnen.

Obgleich nun das Christenthum in diesem u. den nächsten Jahrhunderten sich über Frankreich u. Deutschland u. nach dem Norden verbreitete, blieb doch das Kirchenlied durch das ganze Mittelalter hindurch lateinisch, da der Clerus ausschließlich beim Gottesdienste thätig war. Im 9. Jahrh. sind erwähnenswerthe Kirchenliederdichter: Theodulf, Bischof von Orleans, dessen Gloria laus et honor tibi stets am Palmensonntage gesungen wurde; Hrabanus Maurus, Walafrid Strabo, der erste Deutsche, welcher Hymnen dichtete; Notker (st. 912), welcher die Sequenzen od. Prosen in das Kirchenlied einführte u. der Verfasser der berühmten Antiphona Media vita in morte sumus (Mitten wir im Leben sind) ist. Im 10. u. 11. Jahrh. lebte die geistliche Dichtkunst noch unter den Benedictinern am Bodensee fort, unter denen Hermann von Veringen (st. 1054) zu nennen ist; König Robert von Frankreich dichtete die Pfingstsequenz: Veni sancte spiritus (Komm heiliger Geist Herre Gott); Petrus Damiani dichtete Bußlieder. In das 11. Jahrh. gehört auch die Marienantiphona Salve Regina mater misericordiae. Im 12. Jahrh. blühte die Kirchenliederdichtung bes. in Frankreich, u. daselbst zeichneten sich aus: Marbord (st. 1123), Hildebert von Tours, Petrus Venerabilis, Adam von St. Victor, Bernhard von Clairvaux, aus dessen Passionsgruß an die heiligen Gliedmaßen Jesu die siebente Salve ad faciem Jesu beginnt: Salve caput cruentatum (O Haupt, voll Blut u. Wunden), u. Petrus Abälardus, der Verfasser der Sequenz auf Mariä Verkündigung: Mittit ad virginem. Außerdem war die klösterliche Disciplin bemüht, mit den mannigfachsten Verrichtungen des gewöhnlichen Lebens einen Hymnus zu verbinden, so hatte man Hymnen vor u. nach dem Imbiß, beim Anzünden der Nachtlampen, beim Fasten etc. Im 13. Jahrh. wurde die sentimentale Art des Franciscanerordens eine reiche Quelle der Poesie, ja das lateinische Kirchenlied erreichte in diesem Orden seine höchste Blüthe. Franz von Assisi selbst dichtete geistliche Lieder, namentlich das Lied der Creaturen (vgl. F. Schlosser u. E. Steinle, Die Lieder des St. Franz, Frankf. 1842). Unter den Franciscanern sind berühmt: Thomas von Celano, welcher den Hymnus auf das Weltgericht: Dies irae dies illa, dichtete; Bonaventura, Giacopone da Todi (Jacoponus), der Verfasser des Stabat mater dolorosa u. Stabat mater speciosa. Unter den Dominicanern zeichnete sich Thom. von Aquino durch sein Pange lingua gloriosi corporis mysterium aus. Von dieser Höhe sank das lateinische Kirchenlied im 14. u. 15. Jahrh. wieder herab u. verlor sich zuletzt in leeren Reimereien; nur die Mystiker Heinr. Suso u. Thom von Kempen gehören noch zu den besseren Liederdichtern.

Die Anfänge des Deutschen Kirchenliedes sind die sogen. Leisen (s.d.), welche zu Ende des 9. Jahrh. entstanden. Das Volk nahm nämlich bisher nur in sofern Theil an dem Gottesdienst, als es die Worte Kyrie eleison, Christe eleison! zu wiederholten Malen ausrufen mußte. Dies Rufen artete jedoch bald in ein verworrenes Schreien aus, u. man suchte diesem Übelstand dadurch abzuhelfen, daß man einige deutsche Reime zu dem Kyrie eleison setzte, welche immer den Refrain bildeten. Von diesem Refrain hießen diese Lieder auch Leisen. Es dauerte jedoch geraume Zeit, ehe sie in den Volksgebrauch übergingen, u. erst seit dem 12. Jahrh. beginnt die eigentliche Leisendichtung; zugleich dichtete man ganze religiöse Volksgesänge zum Gebrauch bei Wallfahrten, Bittgängen, Kirchweihen, Heiligenfesten etc. Aus diesem Jahrh. stammt das alte deutsche Osterlied: Christus ist uferstanden. Der weltliche Minnegesang des 13. Jahrh. gab Veranlassung zu der geistlichen Minne der Mutter Gottes u. ihrem Ausdruck in Liedern, u. so entstanden die deutschen Marienlieder Walthers von der Vogelweide u. And. Auch das geistliche Volkslied wurde durch Wallfahrts-, Schiffer-, Schlachtenlieder vermehrt, u. in diesem Jahrh. entstand die Pfingstleise: Nu bitten wir den heiligen Geist. Das eigentliche Kirchenlied für den gottesdienstlichen Gebrauch aber blieb außer den Leisen ausschließlich lateinisch, u. nur hier u. da fangen Ketzer, z.B. die Waldenser bei ihren Zusammenkünften u. die deutschen Geißler im 14. Jahrh. bei ihren Umherzügen, geistliche Lieder in ihrer Muttersprache. Überdies brachte es diese ganze Zeit mit ihren mäßigen Productionen nicht zum eigentlichen Kirchen-, sondern nur zum geistlichen Liede, zu der sinnenden Betrachtung der göttlichen Dinge u. zur Versenkung in dieselben. Ein reicherer deutscher Kirchengesang beginnt erst mit dem Ende des 15. Jahrh.; u. Huß u. seine Anhänger waren die Ersten, welche den Kirchengesang in der Volkssprache einführten, u. Lucas, der Oberbischof der Böhmischen u. Mährischen Brüder, sammelte zuerst 400 solche Lieder u. gab sie 1504 in Druck. Im übrigen Deutschland drangen Peter Dresdensis u. And. auf Einführung deutscher Kirchenlieder, erfuhren aber von der Kirche zu viel Widerspruch, u. der Gebrauch deutscher Lieder beschränkte sich fast nur auf die Feste. Doch entstanden in diesem Jahrh viele Übersetzungen u. Überarbeitungen lateinischer Hymnen zu deutschen Liedern, so von Johannes, genannt der Mönch von Salzburg, von Heinrich v. Lauffenberg n. And.; ferner Mischlieder, aus wechselnden lateinischen u. deutschen Zeilen od. Worten zusammengesetzt, z.B.: In dulci jubilo, nu singet u. seid fro; auch deutsche Originallieder für die Feste, wie: Ein Kindelein so löbelich, Christ fure zu Himel, Gott sei gelobet u. gebenedeiet, Wir danken dir lieber Herre etc. Reich war diese Zeit namentlich an Übertragungen weltlicher Volks- u. Liebeslieder in geistliche, wovon sich schon im 14. Jahrh. Spuren, bestimmte Beispiele aber erst im 16. Jahrh. finden; auch in der Reformationszeit erhielten sich[670] solche Lieder. So bildete man das weltliche Lied: Den liebsten puelen den ich han der liegt beim Wirt im Keller etc., in das geistliche um: Den liebsten pnelen den ich han der ist in des Himels trone etc., od. das Handwerksburschenlied: Innsbruck ich muß dich lassen, in das geistliche: O Welt, ich muß dich lassen. Zumeist aber entstanden aus der Umbildung weltlicher Liebeslieder Marienlieder. Der Charakter dieser Zeit aber ist der, daß das geistliche Lied sich nicht mehr mit dem Denken des Einzelnen beschäftigt, sondern in den Anschauungskreis des Volkes eingeht u. auch in der äußeren Form dem Volksliede gleichkommt.

Mit der Reformationszeit beginnt ein neues Stadium der Entwickelung des Kirchenliedes, das Zeitalter des echten deutschen Kirchenliedes. Mit dem Untergang der latein. Kirchensprache war das Motiv zur Ausbildung der deutschen gegeben, welche in der Bibelübersetzung Luthers ihren Höhepunkt erreicht hat; an diese Sprache schlossen sich daher auch die Kirchenlieder der Reformationszeit an, welche eigentliche symbolische Kirchenlieder sind mit dem objectiven Ausdruck des Gemeingefühls. Die Formen sind der Hildebrandston (s.d.), der dreitheilige Strophenbau u. die kurzen Reimpaare. Besonders ist durch Luther der Kirchengesang zum heiligen Volksgesang geworden, indem die wiedergeborenen Hymnen der Alten Kirche mit den Liedern seines eigenen Herzens zu einem Strome heiliger Poesie in der Kirche wurden, der ihre tiefsten Lebensklänge in sich aufnahm; er hat im Ganzen 36 Lieder gedichtet, unter ihnen: Gelobet sei'st du Jesu Christ, Der du bist drei in Einigkeit, Komm heiliger Geist Herre Gott, Nun komm der Heiden Heiland, Wir glauben all' an einen Gott, Herr Gott dich loben wir, Mitten wir im Leben sind, Christum wir sollen loben schon, Komm Gott Schöpfer heiliger Geist, Nun bitten wir den heiligen Geist, Ach Gott vom Himmel sieh darein, Ein' feste Burg ist unser Gott, Aus tiefer Noth schrei ich zu dir, Vater unser im Himmelreich, Vom Himmel hoch da komm ich her, Mit Freud' u. Fried' ich fahr dahin; das erste protestantische von Luther verfaßte Kirchenlied ist: Nun freut euch lieben Christen g'mein. Luthers Nachfolger in der geistlichen Dichtkunst waren: Iust. Jonas, Paul Eber (Wenn wir in höchster Noth u. Pein), Joh. Agricola, Joh. Spangenberg, Cyriak Spangenberg in Sachsen, Paul Speratus (Es ist das Heil uns kommen her), Joh. Graumann od. Poliander (Nun lob' mein' Seel' den Herren), Albrecht der Jüngere, Markgraf von Brandenburg-Culmbach (Was mein Gott will das gscheh allzeit) in Preußen; die Nürnberger Laz. Spengler (Durch Adams Fall ist ganz verderbt), Hans Sachs (Warum betrübst du dich mein Herz), Joh. Hesse (O Welt, ich muß dich lassen); Herm. Bonn, der Begründer des niederdeutschen Kirchengesangs; außerdem Nik. Decius (Allein Gott in der Höh' sei Ehr', O Lamm Gottes unschuldig), Joh. Schneesing (Allein zu dir Herr Jesu Christ), Adam Reißner (In dich hab' ich gehoffet), Nik. Hermann (Lobt Gott ihr Christen allzugleich, Wenn mein Stündlein vorhanden ist), Joh. Matthesius (Aus meines Herzens Grunde), Erasm. Alberus. Die Reformirte Kirche hielt sich, wenn man überhaupt sang, bis ins 18. Jahrh. fast ausschließlich an die deutsche Übersetzung der Psalmen von Clem. Marot u. Th. Beza; doch fühlte man schon im 16. Jahrh. das Bedürfniß, darüber hinauszugehen; dies thaten mit eigenen Productionen Ambr. Blaurer (Wie's Gott gefällt so g'fällt mir's auch), Joh. Zwick (Auf diesen Tag bedenken wir), Ulr. Zwingli, Leo Judä, Burk. Waldis.

In der nächstfolgenden Zeit der Lehrstreitigkeiten bis zum Anfang des 17. Jahrh. wich bei den allgemeinen Zerwürfnissen in den Glaubenssachen auch der Geist der Dichtung zurück, u. es erscheint das meist trockene u. lehrhafte Kirchenlied. Doch traten auch ausgezeichnete Liederdichter in dieser Zeit hervor; unter ihnen sind die bedeutendsten auf lutherischer Seite: Barth. Ringwaldt, Nie. Selneccer, Ludw. Helmbold (Von Gott will ich nicht lassen), Mart. Schalling (Herzlich lieb hab' ich dich o Herr), Kasp. Melissander (Herr wie du willst so schick's mit mir), Mart. Moller, Mart Behemb, Mart. Rutilius (Ach Herr u. Gott wie groß u. schwer), Joh. Pappus (Ich hab mein Sach' Gott heimgestellt), Ph. Nicolai (Wachet auf ruft uns die Stimme, Wie schön leucht't uns der Morgenstern), Valer. Herberger (Valet will ich dir geben).

Der zu Anfang des 17. Jahrhunderts ausbrechende Dreißigjährige Krieg mit seinem ihn begleitenden u. ihm nachfolgenden Elend erzeugte die innigen Kreuz- u. Trostlieder; u. obgleich die in dieser Periode entstandenen Lieder ein mehr individuelles Gepräge tragen, mehr die Anwendung des Glaubens auf die Lebensschicksale ausdrücken, so stehen sie doch an Fülle des Glaubensinhaltes, durch die unmittelbare Wahrheit des Selbsterfahrenen u. durch Volksmäßigkeit den besten Kirchenliedern der Reformationszeit wenig od. nicht nach. Der Einfluß der damals entstehenden gelehrten Gesellschaften, bes. der ersten Schlesischen Dichterschule mit Opitz an der Spitze, erstreckte sich auch auf die Form des Kirchenliedes, u. oft trat freilich das Technische, die Prosodie, zu sehr in den Vordergrund. Zu den Dichtern dieser Periode gehören: Joh. Herrmann (Herzliebster Jesu was hast du verbrochen, Jesu deine tiefen Wunden, Zion klagt mit Angst u. Schmerzen), Andr. Gryphius, Heinr. Held, Paul Flemming (In allen meinen Thaten), Joh. Rist (Werde munter mein Gemüthe, Auf auf ihr Reichsgenossen), Joh. Höfel, Jos. Stegmann (Ach bleib mit deiner Gnade), Jos. Wegelin (Auf Christi Himmelfahrt allein), Dav. Denicke (Wir Menschen sind zu dem o Gott), Iust. Gesenius, Tob. Clausnitzer (Wir glauben All' an einen Gott), J. M. Meyfart (Jerusalem du hochgebaute Stadt), Mart. Rinkart (Nun danket alle Got:), Sim. Dach (Ich bin ja Herr in deiner Macht), Heinr. Alberti (Gott des Himmels u. der Erden), Val. Thilo (Mit Ernst o Menschenkinder). Die höchste Vollendung erreichte das Kirchenlied in dieser Periode durch Paul Gerhardt, in dessen 120 geistlichen u. Kirchenliedern neben dem christlichen Gemeindebewußtsein das persönliche Gefühlsleben, die subjective Richtung hervortritt, weshalb Gerhardt auch als Vorläufer der nächstfolgenden Zeit gelten kann, in der das eigentliche objective Glaubenslied zurücktritt u. die subjectiv lyrische Dichtung beginnt. Beide Richtungen vereinigen sich in Gerhardts Liedern, von denen die bekanntesten sind: Auf auf mein Herz mit Freuden, Befiehl du deine Wege, Ein Lämmlein geht u. trägt die Schuld, Fröhlich soll mein Herze springen, Geh' aus mein Herz u. suche Freud, Ich singe dir mit Herz u. Mund, Ist Gott für mich so trete, Nun laßt uns gehn u. treten.[671] Nun ruhen alle Wälder, O Haupt voll Blut u. Wunden, O Welt steh' hier dein Leben, Sollt' ich meinem Gott nicht singen, Wach auf mein Herz u. singe, Warum sollt' ich mich denn grämen, Wie soll ich dich empfangen, Zeuch ein zu deinen Thoren etc. Gerhardts geistesverwandte Zeitgenossen sind aus der Reformirten Kirche die Kurfürstin Luise Henriette von Brandenburg (Jesus meine Zuversicht) u. aus der Lutherischen Kirche: A. H. Buchholz, J. Maukisch, Wilhelm II., Herzog zu Sachsen-Weimar (Herr Jesu Christ dich zu uns wend), G. Neumark (Wer nur den lieben Gott läßt walten), Chr. Keymann (Meinen Jesum laß ich nicht), H. Schenk (Nun Gott Lob es ist vollbracht), G. W. Sacer, Anton Ulrich, Herzog zu Braunschweig-Wolfenbüttel, J. Flittner, Joh. Frank (Schmücke dich o liebe Seele), E. Chr. Homburg, Albanus (Alle Menschen müssen sterben), M. Schirmer (O heil'ger Geist kehr bei uns ein), Joh. Olearius (st. 1684).

Nach dieser Zeit kommt die Subjectivität zu ihrer vollen Geltung, der Dichter tritt aus der Gemeinde heraus auf seinen Privatstandpunkt, er dichtet für das Volk statt aus dem Volke, aus der christlichen Phantasie statt aus der christlichen Erfahrung. Das echte evangelische Kirchenlied ist mit dem 17. Jahrh. verklungen, es entstehen nur noch geistliche Lieder. Die Productionen der Nürnberger Dichter vom Blumenorden, welche sich hier anschließen, tragen ein sentimentales u. phantastisches Gepräge an sich: G. Ph. Harsdörfer, Sigm. von Birken (Jesu deine Passion, Lasset uns mit Jesu ziehen), E. Finx, Dav. Nerreter, Andr. Ingolstetter, Chr. Wegleiter, Mich. Frank u. A. In der zweiten Schlesischen Schule trat das mystische Element auf, u. das geistliche Lied gedieh namentlich in dem Haupt dieser Schule, Angel. Silesius (Mir nach spricht Christus unser Held) zu einer tiefen Innigkeit u. zu einem hohen Schwung, wenn auch manche der Späteren zuweilen sich in phantastische Schwärmerei u. Spielerei verloren. Zu dieser zweiten Schlesischen Schule gehörten noch: H. Müller, Chr. Scriver (Jesu meiner Seele Leben), Chr. Knorr von Rosenroth (Morgenglanz der Ewigkeit), Ahasv. Fritsch (Mein Geist o Gott wird ganz entzückt), Ämile Juliane, Reichsgräfin von Rudolstadt (Wer weiß wie nahe mir mein Ende), Ludämilie Elisabeth, Gräfin von Schwarzburg-Rudolstadt, G. Hoffmann, B. Prätorius, Joh. Neunherz, Kasp. Neumann (Auf mein Herz des Herren Tag, O Gott von dem wir Alles haben).

Es folgt nun im Gegensatz gegen die zur Spielerei u. Tändelei sich hinneigenden Lieder der zweiten Schlesischen Dichterschule die Poesie der biblisch-praktischen u. beschaulichen Frömmigkeit aus der Spenerschen Schule, deren Repräsentanten sind: Ph. J. Spener, J. C. Schade, Fr. von Canitz, Joach. Neander (Lobe den Herrn den mächtigen), J. J. Schütz (Sei Lob u. Ehr dem höchsten Gut), Chr. Titius, Ad. Drese, Sam. Rodigast (Was Gott thut das ist wohlgethan), J. Ad. Haßlocher (Du sagst ich bin ein Christ), Chr. Pressovius, Laur. Laurenti, J. B. Freistein, Cyriak. Günther (Halt' im. Gedächtniß Jesum Christ), Sal. Liskovius. Aus der Spenerschen Schule entwickelte sich die mystische, pietistische u. herrnhutische Richtung, nach denen man auch die kirchlichen Dichter betrachten kann. Der mystischen od. separatistischen Richtung gehören an: J. Dippel, J. W. Petersen, G. Arnold u. And., aus der Reformirten Kirche J. Tersteegen; der pietistischen, u. zwar zuerst der halleschen mit ihrer Weichheit u. Überspannung des Gefühls: A. H. Francke, I. A. Freylinghausen, I. T. Breithaupt, I. Lange, I. D. Herrnschmid, Chr. F. Richter, I. G. Wolf, Chr. A. Bernstein, Chr. I. Koitsch, I. Tribechovius, I. I. Winkler, I. H. Schröder, I. E. Schmidt, P. Lackmann, I. Chr. Lange, L. A. Gotter, B. Crasselius (Heiligster Jesu Heiligungsquelle), M. Müller, A. Hinkelmann, H. G. Neuß, A. Creutzberg, I. Muthmann, E. Lange, L. I. Schlicht, C. H. von Bogatzky, I. I. Rambach, T. L. K. Allendorf, L. F. F. Lehr, I. S. Kunth, E. G. Woltersdorf u. And.; dann die württembergischen mit ihrer mehr kirchlichen u. volksthümlichen Haltung, der kräftigen Frömmigkeit u. der gesunden Bibelsprache: I. R. Hedinger, S. Urlssperger, F. O. Hiller, I. A. Bengel, Ph. H. Weißensee, E. L. Fischer, I. Chr. Storr. Ph. D. Burk, Ph. F. Hiller, Chr. Fr. Ötinger, Chr. K. L. von Pfeil, I. T. von Moser u. And.; u. endlich unter den Herrnhutern: Graf Nik. L. von Zinzendorf, I. Nitschmann, Chr. David, L. I. Dober, F. von Watteville, A. G. Spangenberg u. And. Im Gegensatz zu dieser mehr od. weniger pietistischen Richtung suchten die orthodoxen Liederdichter eine Vermittelung zwischen der vorwaltenden Subjectivität u. der verklungenen Objectivität zu erreichen. Unter ihnen sind zu nennen: V. E. Löscher, E. Neumeister, B. Marperger, J. G. Hermann, W. G. Deßler (Wie wohl ist mir o Freund der Seele), I. Chr. Wentzel, F. Fabricius, S. Frank, B. Schmolcke (Mein Gott ich weiß wohl daß ich sterbe), P. Busch, I. Lehmns u. And.; aus der Reformirten Kirche: I. I. Spreng, C. Zollikofer u. später I. C. Lavater.

Aber durch den Einfluß der Leibniz-Wolf'schen Philosophie u. der Gottsched'schen Dichterschule artete die geistliche Poesie in nüchterne Verstandesrichtung aus. Die Zeit seit Gellert ist die Periode des bloßen Moral- u. Naturliedes, theils im lehrhaften, theils im pathetischen Tone. Damals fing man auch an, die alten Kirchenlieder zu modernisiren (s. Gesangbuch). An Gellert, dessen Lieder selbst wegen ihrer gläubigen u. trostreichen Frömmigkeit die größte Popularität erreichten u. von denen die bekanntesten sind Auf Gott u. nicht auf meinen Rath, Dies ist der Tag den Gott gemacht, Gott deine Güte reicht so weit, Mein erst Gefühl sei Preis u. Dank, Meine Lebenszeit ver. streicht, Nach einer Prüfung kurzer Tage, Wenn ich o Schöpfer deine Macht, Wie groß ist des Allmächt'gen Güte etc.; schlossen sich an: I. A. Schlegel, I. F. von Cronegk, I. P. Uz, I. F. Löwen, I. S. Diterich, I. S. Patzke, I. F. Feddersen, B. Münter, I. F. Mudre, H. E. Heeren, I. A. Hermes, F. W. Loder, I. Eschenburg, I. Chr. Fröbing, S. G. Bürde, Chr. F. Neander, B. Haug, Chr. G. Göz u. And. Der pathetischen Richtung, welche Klopstock (Anf. ersteh'n ja aufersteh'n, Wenn ich einst von jenem Schlummer) eingeschlagen hatte, folgten: I. A. Cranier, G. P. Funk, C. W. Ramler, Chr. Chr. Sturm, A. H. Niemeyer, Chr. F. Dan. Schubart u. And. In der Katholischen Kirche kam bis zum 17. Jahrh. der deutsche Kirchengesang nur bei den hohen Festen auf erst seit Anfang des 18. Jahrh. drang er auch[672] in die Messe u. in andere Gottesdienste Die katholischen Lieder dieser Periode folgen meist der Gellert'schen u. Klopstock'schen Manier; man nahm auch viele protestantische Lieder, namentlich Gellerts in die katholischen Gesangbücher auf. Von den katholischen Dichtern sind zu nennen: I. Franz, I. Sperl, I. M. Sailer, I. M. Fenneberg, I. H. C. von Wessenberg. Unter den altgläubigen Dichtern dieser Periode treten zunächst die herrnhutischen Dichter hervor: Chr. Gregor, H. von Bruiningk, E. von Wobeser, G. H. Loskiel, I. I. Bossart u. And.; unter den Evangelischen die Württemberger C. F. Harttmann, W. L. Hosch, Chr. Ad. Dann, M. Hahn, Chr. G. Pregizer; in anderen deutschen Ländern E. Liebich, Matth. Claudius, I. G. Schöner, u. aus der Reformirten Kirche H. Annoni, F. A. Krummacher, Jung-Stilling, G. Menken; der Vorläufer der neueren Zeit ist Fr. von Hardenberg (Novalis).

Diese neuere Zeit beginnt mit den Befreiungskriegen u. mit dem nach denselben wieder erwachten religiösen Bewußtsein, der Neubelebung des kirchlichen Glaubens u. Lebens. Und obgleich in den Productionen dieser Zeit das Subjective noch sehr hervortritt, obgleich es mehr ein Dichten der Kunst statt einer Volksdichtung ist u. das Imposante der alten Kirchenlieder mit ihrer Glaubenskraft u. mit der Größe in ihrer schlichten Einfalt nicht wiedergekehrt ist, so sind doch unter diesen neueren Liedern viele Kernlieder im christlichen Schriftglauben u. christlicher Schriftsprache im Streben nach Objectivität verfaßt. Der Romantischen Schule schließen sich an: E. M. Arndt, M. von Schenkendorf, Fr. H. de la Motte Fouqué, Luise Hensel, Fr. Rückert. Von den übrigen neueren lutherischen Liederdichtern, deren hervorragendste Repräsentanten Alb. Knapp, Vict. Strauß, C. I. Ph. Spitta, Chr. R. H. Puchta, C. A. Döring sind, sind noch zu nennen: Chr. C. I. Asschenfeld, I. F. Bahnmaier, Chr. G. Barth, I. Bentz, Ed. Eyth, F. A. Feldhoff, G. W. Fink, W. N. Freudentheil, C. von Grüneisen, W. Hey, Chr. G. Kern, I. Fr. Möller, Chr. F. H. Sachse, R. Stier, Chr. H. Zeller; unter den Herrnhutern: I. B. von Albertini u. C. B. Garve; unter den Reformirten: I. P. Lange; unter den Katholischen: M. von Diepenbrock. In der Evangelischen Kirche zählt man nicht weniger als 80,000 Lieder.

Literatur: Armknecht, Die heilige Psalmodie, 1855; Wetzel, Analecta hymnologica, 1752; I. G. Ostius, De hymnis martyrum in primitiva ecclesia, Jena 1700; I. G. Walch, De hymnis ecclesiae apostolicae, ebd. 1737; I. H. a Seelen, De poësi christiana etc., Lübeck 1754;, Heydler, Über Wesen u. Anfänge der christlichen Kirchenlieder, Frkf. 1835; Poëtae christiani, Vened. 1501 ff., 3 Bde.; G. Fabricius, Poëtarum vet. eccl. opera, Basel 1546; C. A. Björn, Hymni veterum poëtarum christian. ecclesiae lat. selecti, Kopenh. 1818; I. Arevalo, Poetae christiani, Rom 1788; Hymni ecclesiae excerpti e breviariis paris., rom., sarisbur. etc., Oxf. 1839; I. I. Rambach, Anthologie christlicher Gesänge aus allen Jahrhunderten, Altona 1817–33, 6 Bde.; I. Grimm, Hymnorum veteris ecclesiae XXVI interpretatio theotisca, Gött. 1830; Schauer, Geschichte der biblisch-kirchlichen Dicht u. Tonkunst, 1850; I. Kehrein, Lateinische Anthologie aus den christlichen Dichtern, Frkf. 1840, 1. Thl.; Daniel, Hymnologischer Blüthenstrauß altlateinischer Kirchenpoesie, Halle 1840; Derselbe, Thesaurus hymnologicus, ebd. 1841 ff., 2 Bde.; C. Fortlage, Gesänge christlicher Vorzeit, Berl. 1844; A. L. Follen, Alte christliche Lieder u. Kirchengesänge, deutsch u. lateinisch, Elberf. 1819; G. A. Königsfeld, Lateinische Hymnen u. Gesänge, deutsch etc., Bonn 1846; Lieder der Kirche (Deutsche Nachbildungen altlateinischer Originale), Schaffh. 1846; H. Freiberg, Alte christliche Lieder übersetzt etc., Zerbst 1839; Simrock, Alte christliche Kirchenlieder u. geistliche Gedichte, lateinisch u. deutsch, Köln 1852; F. I. Mone, Lateinische Hymnen des Mittelalters, 1853–55, 3 Bde.; F. Bäßler, Auswahl altchristlicher Lieder vom 2. bis 15. Jahrh., Berl. 1857; Bericht über die ältesten deutschen Kirchengesänge vor Luther, Dessau 1782, 3 Bde.; K. von Raumer, Sammlung geistlicher Lieder, Basel 1831; Tucher, Schatz des evangelischen Kirchengesanges, Lpz. 1848, 2 Bde.; Bunsen, Versuch eines allgemeinen evangelischen Gesang- u. Gebetbuchs, Hamb. 1833; A. Knapp, Evangelischer Liederschatz, Stuttg 1837, 2 Bde., 2. A. 1850; G. Stipp, Unverfälschter Liedersegen, Berl. 1852; A. I. Ozanam, Les poètes Franciscains en Italie au 13. siècle, Par. 1852 (deutsch mit Zusätzen von N. H. Julius, Münster 1853); Simrock, Lauda Sion, 1851; Hoffmann von Fallersleben, Geschichte des Kirchenliedes bis auf Luthers Zeit, Bresl. 1832, 2. A. 1854; B. Hölscher, Das deutsche Kirchenlied vor der Reformation, Münster 1848; K. C. P. Wackernagel, Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nik. Hermann u. Ambrosius Blaurer, Stuttg. 1841; I. I. Schneider, Christliche Sänger des 19. Jahrh, Basel 1845 ff., 12 Hefte; Schamelius, Liedercommentarius, Lpz. 1737; Wetzel, Hymnopöographia, 1719 ff., 4 Bde.; Grischow, Nachricht von Liederverfassern, 1771; G. L. Richter, Allgemeines bibliographisches Lexikon alter u. neuer geistlicher Liederdichter, Lpz. 1804; W. A. Teller, Geschichte der ältesten Kirchengesänge, Berl. 1781; I. Johannsen, Nachrichten von älteren u. neueren geistlichen Liederdichtern, Schlesw. 1803; Heerwagen, Literaturgeschichte der Kirchenlieder, 1792 ff.; Götz, Beitrag zur Geschichte der Kirchenlieder, 1784; C. Frantz, Geschichte der geistlichen Liedertexte vor der Reformation, Halberst. 1853; Wackernagel, Bibliographie zur Geschichte des Kirchenliedes im 16. Jahrh., 1855; Mohnike, Hymnologische Forschungen, 1831; I. P. Lange, Die kirchliche H, Zürich 1843; W. Baur, Das Kirchenlied in seiner Geschichte u. Bedeutung, Frkf. 1852 (gegen Fr. Bollens, Der deutsche Choralgesang der katholischen Kirche, Tüb. 1851); E. E. Koch, Geschichte des Kirchenliedes u. Kirchengesanges, Stuttg. 1847, 2 Bde., 2. Aufl. ebd. 1852 ff., 4 Bde.; F. A. Cunz, Geschichte des Kirchenliedes vom 16. Jahrh. bis auf unsere Zeit, Lpz. 1854 f., 2 Thle.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 8. Altenburg 1859, S. 669-673.
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