Camarīna

[590] Camarīna (a. Geogr.), Stadt auf Siciliens Südküste, wurde 598 v. Chr. von Syracusanern gegründet u. angeblich nach der Nymphe Camarine, Tochter des Okeanos, benannt. Bei C. lag ein gleichnamiger See od. Sumpf, dessen Ausdünstungen eine Pest herbeiführten. Da man denselben gegen den Rath des Orakel austrocknete u. die Stadt auf dieser Seite bloßstellte, so benutzten dies die feindlichen Syrakusaner u. bemächtigten sich 554 v. Chr. der Stadt u. zerstörten sie; daher das Sprüchwort Camarīnum ne moveas! d.h. Laß eine gefährliche Sache auf sich beruhen! 495 v. Chr. wurde C. von Hippokrates, dem Torannen von Gela, wieder aufgebaut; von Gelon abermals zerstört[590] u. von Gelvern 461 wieder hergestellt; Dionysius von Syracus vertrieb die Einwohner, doch kehrten diese in der Folge zurück, u. Timoleon verstärkte 339 v. Chr. ihre Anzahl. Im ersten Punischen Kriege von den Römern zerstört, sank sie ganz, bestand aber noch als Camarana zu Zeit des Exarchats; später zerstört, blieb nur der Torre du Camaria übrig. Der Sumpf ist von Neuem entstanden, u. als Camarana noch mit eben solchen Dünsten geschwängert. Auch mündete in der Nähe der Fluß Camarino.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 3. Altenburg 1857, S. 590-591.
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