Marchesi

[859] Marchesi (spr. Markesi), 1) (Marchesini), Luigi, geb. um 1755 in Mailand; war schon als Knabe Virtuos auf dem Waldhorn, ließ sich seiner schönen Stimme wegen castriren u. wurde einer der ersten italienischen Sänger. Erst trat er 1775–1777 in München auf, dann in den Hauptstädten Italiens, in Wien, Petersburg, Berlin, London; noch 1801 sang er in Wien u. st. 1826 in Mailand. 2) Pombeo Cavaliere, geb. 1790 in Mailand (nach And. 1789 in Saltrio bei Como), Bildhauer, bildete sich nach Canova, erwarb sich frühzeitig großen Ruhm u. wurde Professor an der Akademie in Mailand. Seine Werke sind ausgezeichnet durch Weichheit u. Eleganz der Ausführung, Pathos in der Darstellung u. eine gewisse formale Schönheit, leiden aber an Kälte des Gefühls u. an Mangel an Phantasie. Werke: Venus Urania von 1826; Reliefs am Arco della Pace in Mailand; das Denkmal Beccaria's, der Malibran, Goethes in der Bibliothek in Frankfurt a. M., des Kaisers Franz I., welches in Erz gegossen u. in der Hofburg in Wien aufgestellt wurde, ein zweites Monument des Kaisers Franz I. von Österreich für Laibach, die Charfreitagsfeier od. La buona madre nol Venerd santo (eine Mater dolorosa mit dem Leichnam Christi im Schooße) in der Kirche S. Carlo in Mailand.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 10. Altenburg 1860, S. 859.
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