Hand, die

[940] Die Hand, plur. die Hände, Diminut. das Händchen, Oberd. Händlein.

1. Eigentlich. Dasjenige Gliedmaß der Menschen und Thiere, womit sie andere Dinge ergreifen und halten. 1) Im weitesten Verstande, in welchem nur noch die Füße der Falken bey den Jägern Hände genannt werden. 2) In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, an den menschlichen Körpern, der äußerste Theil des Armes, von dem Ende des Elbogenbeines oder von der Handwurzel an, bis zu den Fingern, mit Einschließung derselben. Die flache Hand, der Theil der Hand von der Handwurzel bis zu den Fingern. Die hohle Hand, der innere Theil der flachen Hand, welche auch in engerm Verstande die flache Hand oder der Handteller genannt wird, in Gegensatze des Rückens der Hand, oder des äußersten Theiles der flachen Hand.[940] Im Isidor Folma, nach dem Latein. Palma. Jemanden mit verwandter oder umgewandter Hand eine Ohrfeige geben, mit dem Rücken der Hand. In einem andern Verstande ist die hohle Hand der innere Raum der halb geschlossenen Hand. Eine Hand voll, so viel als man in der Hand und mit der Hand fassen kann. (S. Hämflich.) Die rechte Hand, die linke Hand. Etwas mit der Hand anfassen, in die Hand nehmen, mit der Hand halten, aus der Hand legen, in welchen so wie in den folgenden und allen ähnlichen R.A. das Wort Hand bald im Singular, bald nur im Plural, bald in beyden zugleich üblich ist. Wenn ich dich an meiner Hand durch eine schöne Gegend führte. Jemanden bey der Hand anfassen, oder ihn bey der Hand nehmen, dessen Hand anfassen. Jemanden bey der Hand halten. Ein Kind bey der Hand führen. Hand in Hand gehen, sagt man von zwey Personen, welche ihre Hände in einander geschlossen, oder sich bey den Händen angefasset haben. Hand in Hand gedrückt kamen sie in das Gebüsche, Geßn.


Möchtet ihr stets Hand in Hand

Auf Einem Wege gehen!

Schleg.


Bald schlossen alle Hand in Hand,

Ein Reihentanz ward angefangen,

Utz.


Jemanden die Hand geben, sich die Hände geben, ein Zeichen des Grußes, der Versöhnung, des Friedens. Jemanden die Hand auf etwas geben, zur Versicherung eines gethanen Versprechens oder eines geschlossenen Vertrages; eine Gewohnheit, welche so alt ist, als das menschliche Geschlecht selbst. Die Hände falten, eine gleichfalls uralte Feyerlichkeit bey dem Gebethe. Sage ihm, daß diese ohnmächtigen Hände sich für ihn zum letzten Mahle falten, zum letzten Mahle für ihn bethen. Einem Kinde die Hand führen, wenn es schreiben lernet. Mit den Händen arbeiten, Handarbeit verrichten. Die Hände gen Himmel heben, zum Zeichen der Andacht, des Gebethes, auch einer großen Verwunderung. Die Hände über den Kopf zusammen schlagen, zum Zeichen der Verzweifelung, oder eines großen Jammers. Die Hände zusammen schlagen, ein Merkmahl eben dieser Empfindungen. Eine feste, gesetzte Hand haben, welche vor allen unwillkührlichen Bewegungen sicher ist. Figürlich ist die feste Hand bey einer Waare, der immer gleiche Preis derselben und dessen Erhaltung, S. Fest. Einem Kinde die Händchen geben, im gemeinen Leben Obersachsens, demselben nach dem achten Tage nach der Geburt beym Windeln die Hände und Arme frey lassen. Sich eine Person zur linken Hand oder an die linke Hand antrauen lassen, eine noch unter dem hohen Adel zuweilen übliche Gewohnheit, wenn sich derselbe mit einer Person geringern Standes vermählet, welche Ehe die Ehe zur linken Hand genannt wird. Die aus einer solchen Ehe erzeugten Kinder bleiben von dem völligen Erbe und der nachfolge ausgeschlossen.

Die Nothwendigkeit und der große Nutzen dieses Gliedmaßes haben zu einer Menge figürlicher R.A. Anlaß gegeben, in welchen Hand oder Hände zwar seine eigentliche Bedeutung behält, aber doch mit der ganzen R.A. ein Bild einer andern Sache wird. Einige der vornehmsten sind folgende. Die Sache ist mir unter den Händen weggekommen, indem ich mich noch damit beschäftigte. Von Handen kommen, S. Abhanden. Eine Arbeit unter den Händen haben, sie in der Arbeit haben, daran arbeiten. Unter der Hand, insgeheim, heimlich. Ich gab es ihm unter der Hand zu verstehen, ließ es ihn unter der Hand errathen. Nicht mehr haben als aus der Hand in den Mund, was man erwirbt, auch sogleich verzehren. Ein Gewerbe mit leeren Händen anfangen, ohne eigenes Vermögen,[941] Einem etwas auf die Hand geben, zur Festigkeit eines geschlossenen Vertrages etwas von der bedungenen Summe geben, siehe Handgeld. Er hat schon zehen Thaler auf die Hand genommen. Einem die Hände biethen, eigentlich darreichen, ihm zu helfen, figürlich ihn unterstützen, ihm hülfliche Hand leisten, oder biethen. Der Tugend und Gottseligkeit die Hände biethen, sie zu befördern suchen. Wir können uns in unserm Vorhaben die Hände biethen, uns helfen, unterstützen. Hand an das Werk legen, es anfangen. Die letzte Hand an etwas legen, es vollbringen. Hand an jemanden legen, persönliche Gewaltthätigkeiten an ihm begehen. Hand an sich selbst legen, sich ermorden. Die Arbeit geht ihm gut von der Hand, geht ihm gut, hurtig von Statten.


Bey der Liebe Gegenstand

Geht es mir fix von der Hand,

Weiße.


Alle Hände voll zu thun haben, häufige Beschäftigungen haben. Etwas vor die Hand nehmen, anfangen sich damit zu beschäftigen. Allerley Mittel vor die Hand nehmen, versuchen. Die Hand oder die Hände von jemanden abziehen, aufhören, ihm zu helfen, ihn zu unterstützen. Die Hände oder die Hand mit im Spiele haben, an etwas mitwirken.


Gott hat die Hand in jedem Spiel,

Bald gibt er wenig und bald viel,

Can.


Seine milde Hand aufthun, mildthätig seyn. Einem Mittel und Wege an die Hand geben, ihm solche vorschlagen, bekannt machen. Etwas aus freyer Hand thun, mit der bloßen Hand, ohne Beyhülfe anderer Werkzeuge; aber etwas aus freyer Hand, oder aus der Hand verkaufen, freywillig, aus eigener Macht, im Gegensatze des gerichtlichen Verkaufes. Man kann es mit den Händen greifen, es ist augenscheinlich, S. Handgreiflich. Die Hände in den Schooß legen, müßig, unthätig, unwirksam seyn, wo man wirksam seyn sollte; auch, die Hände in den Sack, oder in die Tasche stecken. Eine Hand wäscht die andere, ein Sprichw. über welches Rabener die beste Auslegung geschrieben hat. Sich auf seine eigene Hand setzen, sich selbst zu ernähren anfangen, im Gegensatze des Dienens; auf seiner eigenen Hand sitzen, oder liegen, sich selbst ernähren. Jemanden die Hände versilbern, ihn bestechen; im gemeinen Leben, ihm die Hände schmieren. Es hat weder Hand noch Fuß, kein Geschick. Ich werde mir die Hände nicht binden lassen, mich nicht einschränken, mir nicht vorschreiben lassen. Die Hände sind ihm gebunden, er hat nicht freye Gewalt. Jemanden freye Hände lassen, freye Hände haben, freye Macht, Gewalt. Mit beyden Händen zugreifen, so wohl eigentlich, als auch figürlich, etwas begierig annehmen. Der Glaube wird ihm wohl in die Hände kommen, die Erfahrung wird ihn das mit seinem Schaden wohl glauben lehren. Wir werden hier fast auf den Händen getragen, man erweiset uns hier alle nur ersinnliche Ehrerbiethung und Liebe. Einer Person die Hand geben, sich mit ihr verehelichen. Und wenn ich auch noch zehen Jahre auf seine Hand warten sollte, auf die Vollziehung des ehelichen Verlöbnisses. Meine Hand ist vergeben, ich habe mich schon verlobet. Die Hand über etwas halten, es bewahren, beschützen, in gutem Stande zu erhalten suchen. Mit ungewaschenen Händen, ohne gehörige Vorbereitung, ohne die nöthigen Fähigkeiten zu besitzen. Etwas nach der Hand verkaufen, nach muthmaßlicher Schätzung des Maßes oder Gewichtes, es gleichsam in der Hand wägen oder messen. Die Hand auf den Mund legen, aus Ehrerbiethung, aus Achtung schweigen, Hiob 29, 9; Sprichw. 30, 22. Jemanden auf die Hände sehen, Acht haben auf dasjenige, was er thut, oder auch, damit er nichts entwende, ihm auf die Finger[942] sehen. Einem in die Hände sehen, seinen Unterhalt, Wohlthaten von ihm erwarten, Sir. 33, 22. Etwas bey der Hand haben, es gleich bekommen können, es an einem bequemen Orte liegen haben. Ich habe es nicht bey der Hand, kann es nicht gleich ohne Mühe bekommen; im Oberdeutschen, ich habe es nicht beyhändig. Ist niemand bey der Hand? ist niemand da? Der Herr ist nicht bey der Hand, in Niedersachsen, er ist nicht zu sprechen. Die Sache liegt mir nicht zur Hand, liegt mir nicht bequem, so daß ich sie gleich haben könnte. Jemanden zur Hand, oder an die Hand gehen, im Oberd. ihm an Handen gehen, ihm Handreichung thun, seine Verrichtungen durch kleine Dienste erleichtern. Ist mir denn kein Mensch zur Hand? ist niemand da, der mir helfe? Mein Tisch wird mit lauter Speisen besetzt, die mir in die Hand wachsen, die ich selbst baue oder erzeuge, nicht kaufen darf. Die Hand verbrechen oder verwirken, in den Rechten, ein Verbrechen begehen, welches mit Abhauung der Hand bestrafet wird. Die Klage gehet dem Beklagten an die Hand, wenn er die Hand verwirkt hat. Etwas mit Hand und Mund versprechen, auf die feyerlichste Art. Einem in etwas aus Handen gehen, im Oberd. es ihm abschlagen. Ew. Schreiben ist mir zu Handen kommen, gleichfalls im Oberd. ich habe es erhalten. Über eine Hand arbeiten, wird von einer Gesellschaft Handarbeiter gesagt, wenn sie alle entweder rechts, oder links sind. Zu Handen gehen, im Oberd. widerfahren.


Wenn ihm was Widriges zu Handen möchte gehn,

Opitz.


In vielen Fällen wird es überflüssig gesetzet, einen mehrern Nachdruck zu bewirken. Er hat es mir eigener Hand gethan. Ich habe es ihm mit meiner Hand gegeben.


Vergeblich (Vergebens) böthe sie mir heut

Mit ihrer Hand Unsterblichkeit,

Raml.


2. Figürlich 1) Die rechte Hand, in einigen wenigen Fällen. Zur Hand arbeiten, im Bergbaue, zur rechten Hand; wohin vermuthlich auch die schon oben angeführte R.A. gehöret, es ist mir nicht zur Hand.

2) Die Seite; doch nur in den R.A. die rechte, die linke Hand. Einem rechter Hand gehen, auf dessen rechten Seite. Sich linker Hand, oder zur linken Hand wenden, auf die linke Seite. Bey den Niedersächsischen Fuhrleuten bedeutet tor Hand oder zur Hand, die linke, und von der Hand, die rechte Seite. S. Handpferd.

3) Der Besitz einer Sache. Etwas aus den Händen lassen, welches auch von einem nur möglichen Besitze gebraucht wird. Eine Gelegenheit nicht aus den Händen lassen, sie nicht ungebraucht vorbey gehen lassen. Ich habe es schon in Händen. Einem etwas in die Hände spielen. Ich habe die kräftigsten Beweise in den Händen.

4) Gewalt, Macht, in einigen R.A. Die Sache stehet in Gottes Hand, oder in Gottes Händen. Große Herren haben lange Hände, ihre Macht erstreckt sich weit. Er ist seinen Feinden in die Hände gefallen, gerathen. Unter der Hand des Arztes seyn. In der Deutschen Bibel ist es in dieser Bedeutung sehr häufig. S. Oberhand.

5) Die wirkende Kraft, in der höhern Schreibart. Wir sind Staub durch eine allmächtige Hand beseelt, Gell. In der Deutschen Bibel werden die Wörter Hand, Finger und Arm sehr häufig von der wirkenden Kraft Gottes, von der Erweisung seiner Allmacht gebraucht.

6) Die wirkende oder besitzende Person selbst, in einigen bereits eingeführten Fällen. Viele Hände machen kurze Arbeit. Der Wechselbrief ist schon in der dritten Hand, es[943] hat schon die dritte Person ihn im Besitze. Ich weiß es von guter Hand, habe es von guter Hand erfahren, von einer zuverlässigen Person. Mit gesammter Hand, alle insgesammt. Im Lehenswesen hingegen ist die gesammte Hand, wenn alle Verwandte mit einem Lehen zugleich belehnet werden. S. Gesammt. Ein Geschenk von hoher Hand, oder von hohen Händen, von einer vornehmen Person. Wird nicht das Volk ihr Blut von meinen Händen fordern? Weiße, von mir. Ich bekomme es aus der ersten, aus der zweyten Hand u.s.f. Er ist in schlechte Hände gerathen, in schlechte Gesellschaft, unter einen schlechten Lehrer, Anführer. Wenn er in gute Hände fällt, so kann noch etwas aus ihm werden. In dem Lehenswesen einiger Gegenden ist die obere Hand der Lehensherr, die untere Hand aber der Vasall. Die todte Hand, eine ehemahlige Benennung eines Verstorbenen. In einem andern Verstande ist todte Hand, noch mehr aber das mittlere Lat. Manus mortua, eine gottesdienstliche Stiftung, wo Hand aber zunächst den Besitz zu bezeichnen scheinet. Ein Gut kommt an die todte Hand, wenn eine gottesdienstliche Stiftung es erwirbt, weil es alsdann aus dem Handel und Wandel kommt, und für den Staat gleichsam todt ist.

7) Die Art und Weise zu schreiben. Eine gute, eine schlechte Hand schreiben. Er schreibt eine sehr leserliche Hand. Das ist eine schöne, eine schlechte Hand. Alle Hände lesen können. Unter seiner Hand und Siegel, mit der eigenen Unterschrift seines Nahmens und mit seinem Siegel. Zuweilen auch die eigenhändig geschriebene oder doch unterschriebene Schrift selbst. Ich habe seine Hand darüber.

8) * Der Zustand, die Beschaffenheit eines Dinges; ein im Hochdeutschen veralteter Gebrauch, welcher eine Fortsetzung der zweyten figürlichen Bedeutung seyn könnte, wenn es nicht glaublicher wäre, daß Hand in dieser Bedeutung ein ganz verschiedenes Wort ist, welches zu dem alten Chun, Chunne, Geschlecht, gehöret, wovon noch unser Kind abstammet; S. dasselbe. Ehedem sagte man in der bessern Hand seyn, in der Besserung, die ärgere Hand, die geringere, schlechtere Beschaffenheit. In engerer Bedeutung wurde es ehedem auch für Art, Geschlecht, gebraucht. Von drier Hand frien luten, von dreyer Art freyen Leuten, Schwabensp. Im Hochdeutschen ist dafür jetzt -ley üblich. Mancher hande blumelin, mancherley Blumen, einer der Schwäbischen Dichter; zweyerhand, zweyerley, Garten der Gesundh. 1490; vielerhand, Opitz für vielerley.


Vermehren ihren Glanz mit Wassern vieler Hand,

Opitz.


S. Allerhand, welches noch in diesem Verstande üblich ist.

9) In einigen adverbischen R.A. hat es die Bedeutung einer Zeit. Zu Hand, bey dem Opitz zi henti, für sogleich, schnell, ist veraltet.


Zu Handt der jung ward vderütz (überdrüssig)

Der weldt,

H. Sachs.


Im Bergbaue sagt man noch zur Hand arbeiten, d.i. eifrig, fleißig, schnell. Vor der Hand, vor jetzt. Lassen sie das vor der Hand gut seyn. Nach der Hand, nachher, nachmahls; im Nieders. hingegen bedeutet es nach und nach. Hierher scheinen auch die im Kartenspiele üblichen R.A. zu gehören, vor der Hand und hinter der Hand. Vor der Hand zuwerfen, zu frühe, ehe als die Reihe es erfordert; hinter der Hand sitzen, der letzte im Zuwerfen seyn. S. auch Vorhand.

Anm. Dieses Wort lautet schon bey dem Ulphilas Handus, bey dem Kero, Ottfried und andern Hant, im Nieders. Engl. Dän. und Schwed. gleichfalls Hand, ja sogar bey den Krimmischen Tatarn Handa. Es ist sehr wahrscheinlich, daß es,[944] wie Wachter und Frisch muthmaßen, von dem Zeitworte haben abstammet, welches in einigen alten Mundarten im Infinitivo han, und in der dritten Person des Plurals des Präsentis han und hant lautet; so daß Hand eigentlich dasjenige Gliedmaß bedeutet, womit man etwas ergreifet oder hat. Das alte Lat. hendo, in prehendo, kommt damit überein. Das Isländ. Ram, die Hand, hat einen ähnlichen Ursprung von rama, raffen. Der Plural lautet im Oberdeutschen Hande. In den Zusammensetzungen bedeutet es oft eine Sache, welche ohne Mühe in der bloßen Hand getragen oder gehandhabet werden kann.

Quelle:
Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 2. Leipzig 1796, S. 940-945.
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