Raude

[630] Raude, Grind und Schäbe heißt eine bei den meisten Hausthieren, besonders aber an Schafen, Hunden und Pferden vorkommende Krankheit, welche die Folge schlechter Nahrung und Abwartung, bei den Schafen insbesondere von nassem Futter bei anhaltendem Regenwetter und dem Aufenthalte in dunstigen und lange nicht gereinigten Ställen ist. In der Hauptsache besteht dieses Übel in einem stellenweise sich zeigenden, mit weißen, kleienartigen Schuppen bedeckten, trockenen Hautausschlage, oder es bilden sich Bläschen, aus denen eine klebrige Feuchtigkeit sich verbreitet und zu Krusten und Grind verhärtet, unter denen zuweilen fressende Geschwüre entstehen. Die erstere Krankheitsform wird daher die trockene, die zweite die fette und nasse Raude genannt und ist auch die schlimmere. Von der Raude befallene Thiere zeigen große Unruhe, fangen an, sich an den juckenden Hautstellen zu reiben, wo sie nur können, magern ab, wenn das Übel zunimmt und sterben wol auch unter Hinzukommen von andern Krankheitszufällen. Selbst Menschen können mit diesem Übel durch Thiere angesteckt werden, welches dann aber leicht zu heilen ist. Bei den Schafen wird insbesondere der Ertrag an Wolle dadurch beeinträchtigt, deren Güte nicht nur leidet, sondern die auch an Menge sich vermindert, weil auf den durch die Raude kahl gewordenen Stellen keine mehr wächst.

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Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1839., S. 630.
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