Missolunghi

[233] Missolunghi, griechische Stadt in der Landschaft Aetolien, berühmt durch die tapfere Vertheidigung im letzten Freiheitskampfe,[233] liegt auf einer weit in das Meer hinaus reichenden Landzunge, umgeben von einer bis an den Gürtel der Gebirge Aetoliens hinauf reichenden fruchtbaren, aber schlecht angebauten Ebene, und hat 4500 Ew. Die Ew. leben vom Fischfange und dem Handel nach den jonischen Inseln, Sicilien, Livorno und Genua, wohin sie Oel, Korinthen, Getreide, Wolle, Baumwolle, Reis, Flachs etc., bringen. Die Frauen tragen dort eine sonderbare, reiche Kleidung. Ihr langes Oberkleid ist gewöhnlich roth, purpurn, gelb oder blau; ein bunter Shawl schlingt sich um den Kopf, dessen Enden auf den Rücken herabfallen. Im Ganzen macht sich diese Tracht sehr malerisch. M. wurde seit 18214 Mal belagert und 1826 nach der ruhmvollsten Vertheidigung als Trümmerhaufen erobert. Seit jener Zeit ist es neu aufgebaut und wieder in den Händen der Griechen.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 7. [o.O.] 1836, S. 233-234.
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