Wagner [3]

[656] Wagner, Joh. Jak., Philosoph und fruchtbarer Schriftsteller, geb. 1775 zu Ulm, zu Jena ein Schüler Fichtes, 1803 und wiederum 1815 Professor der Philosophie zu Würzburg, 1834 ohne sein Ansuchen pensionirt, st. 1842 zu Neu-Ulm. W. war ein vielseitig gebildeter und ideenreicher Kopf, verdarb aber sein Spiel durch Planlosigkeit u. Vielschreiberei. Anfänglich ein begeisterter Schellingianer, suchte er später eine »mathematische Philosophie« zu begründen, die jedoch wenig Anklang fand; eine Reihe von Jahren arbeitete er an einer Erkenntnißtheorie mit dem Grundgedanken, daß die Architektur der Welt den Gesetzen unserer eigenen Erkenntniß entspreche. Dieses »System der Form« wie seine »Theodicee« und histor., mytholog., pädagogischen u.a. Schriften sind vergessen.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, Band 5, S. 656.
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