Axt

[423] Axt ist das durch Schlagwirkung zum Spalten und Bearbeiten des Holzes dienende Werkzeug.

Die Axt unterscheidet sich vom Beil durch den längeren, meist mit beiden Händen geführten Stiel (Helm), vom Texel oder Dechsel durch die mit dem Stiel gleich, nicht senkrecht gerichtete Schneide. Das obere Ende heißt Haube, Oehr oder Haus, die oberste Fläche Platte oder Nacken. Der Stiel ist aus Eschen- oder Weißbuchenholz. Die Axt ist ein- oder zweiseitig zugeschärft, das Beil stets einseitig. Hauptformen sind: Bundaxt oder Bandhacke (Fig. 1) ist die hauptsächlich vom Zimmermann gebrauchte. Höhe der Axt von Nacken bis Schneide etwa 300 mm, Länge der Schneide 100 mm, Länge des Stieles 900–1000 mm. Stoßaxt oder Stichaxt (Fig. 2) wird ohne Stiel zum Stoßen gebraucht und dient besonders zum Glätten tiefer Zapfenlöcher. Zu dem Zweck besitzt sie auch seitliche Schneiden a und b. Die Höhe der Axt[423] beträgt etwa 500 mm, die Breite der Schneide 60 mm, die Länge der Haube 150 mm. Zwergaxt oder Queraxt (Fig. 3) trägt zwei schmale Schneiden, deren eine (25 mm lang) senkrecht zum Stiel steht, deren andre (40 mm lang) dem Stiel gleich gerichtet ist. Höhe der Axt 500 mm. Von diesen Hauptformen kommen verschiedene Abweichungen vor, die sich auf Krümmung der Schneide, Gestalt des Blattes, Form des Stieles beziehen. Die amerikanische Axt (Fig. 4) hat dünnen, elastischen Stiel aus Hickoryholz. Fig. 5 zeigt eine Hamburger Axt, Fig. 6 eine westfälische Axt. Das Gewicht der Aexte beträgt etwa 1,8–3,6 kg. Herstellung und Material: Früher wurde der mittlere Teil eines Schmiedeeisenstückes flach ausgeschmiedet und das Schmiedestück zusammengebogen, so daß der ausgeschmiedete Teil die Oeffnung für den Stiel bildete. Eine Stahlschiene wurde dann zwischen den Enden eingeschweißt, und auf die Haube wurde eine Stahlplatte geschweißt und gehärtet. Heute werden die Aexte aus Gußstahl hergestellt. Die Beteiligung der Aexte auf dem Stiel zeigt Fig. 7. Zwei am Stiel befestigte Eisenbänder tragen vorn Ansätze und verhüten das Abgleiten der Aexte.


Literatur: Ledebur, Lehrbuch der mechanisch-metallurgischen Technologie, 2. Aufl., Braunschweig 1897; Karmarsch-Fischer, Mechan. Technologie, 2. Bd., Leipzig 1891; Kick, Vorlesungen über Mechan. Technologie, Leipzig und Wien 1898; Kataloge von Hommel, Mainz, Werkzeugfabrik, Dominicus & Söhne, Remscheid-Vieringhausen.

Dalchow.

Fig. 1.
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Fig. 2.
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Fig. 3.
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Fig. 4.
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Fig. 5.
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Fig. 6.
Fig. 6.
Fig. 7.
Fig. 7.
Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 1 Stuttgart, Leipzig 1904., S. 423-424.
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