Blockwerkzeuge

[96] Blockwerkzeuge (Blockschnittwerkzeuge) dienen bei der Verarbeitung von Blechstreifen zum Ausschneiden der Arbeitsstücke, wobei in der Regel mehrere Operationen auf einen Hub der Presse vorgenommen werden. Gegenüber gewöhnlichen Schnittwerkzeugen haben die Blockwerkzeuge den Vorteil außerordentlich sorgfältiger Führung des Stempels und sehr hoher Leistungsfähigkeit.

Das in Fig. 1 und 2 dargestellte Blockwerkzeug dient zum Ausschneiden der in Fig. 3 dargestellten Platine. Im Unterteil a, der auf den Tisch der Presse gespannt wird, sind die beiden Säulen b befestigt; sie dienen zur Führung des Oberteiles c, der mittels der Haste d vom Stößel der Presse mitgenommen wird. Der Blechstreifen wird in einer durch Anschläge festgesetzten Lage auf den unteren Schneidkörper e gelegt; sobald der Stößel herunterkommt, wird das Blech zunächst zwischen e und dem Abstreifer f unter Vermittlung mehrerer Stifte g durch die Feder h kräftig eingespannt. Sodann kommt der obere Schnittkörper i über e her und schneidet die äußere [96] Form der Platine aus dem Streifen heraus. Gleichzeitig schneiden die Bolzen k die inneren Durchbrechungen der Platine aus. Der Abfall von diesen letzteren fällt durch die Löcher in e und a herunter, während der in Fig. 3 dargestellte äußere Abfall zwischen i und dem unteren Abstreifer l durch mehrere Sendern m wieder über die Platine geschoben und dadurch beim Weiterschieben des Streifens weiterbefördert wird. Die Teile e, l, f, i und k sind nach der Form der Platine ausgearbeitet. Das in Fig. 1 und 2 dargestellte Blockwerkzeug mit Führung des Oberteils an zwei Säulen eignet sich für Schnitte mit großer Fläche, während man für Schnitte mit kleiner Fläche meist Blockwerkzeuge mit zylindrischer Führung nach Fig. 46 (aus Kurrein, Werkzeuge [1]) verwendet [2]. Sie werden auch, wie das in Fig. 6 dargestellte, mit einseitiger Beteiligung des Führungsarms (offen) oder mit doppelseitiger Beteiligung (geschlossen) ausgeführt.


Literatur: [1] Kurrein, M., Werkzeuge und Arbeitsverfahren der Pressen (Verlag Julius Springer), Berlin 1914. – [2] Woodworth, J.V., Punches, dies and tools for manufacturing in presses, New York. – [3] Werkstattstechnik 1909, S. 582.

A. Widmaier.

Fig. 1 und 2.
Fig. 1 und 2.
Fig. 3.
Fig. 3.
Fig. 4 und 5.
Fig. 4 und 5.
Fig. 6.
Fig. 6.
Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 1 Stuttgart, Leipzig 1920., S. 96-97.
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