Büttner [2]

[665] Büttner, 1) Karl Gotthilf, Missionar und Sprachforscher, geb. 24. Dez. 1848 zu Königsberg i. Pr., gest. 14. Dez. 1893 in Berlin, studierte in Königsberg Theologie, war 1870–72 Lehrer am Missionshaus in Barmen, wirkte 1872–80 unter den Herero im Damaraland und leitete während dieser Zeit das Seminar für eingeborne Lehrer zu Otyimbingue. Seit 1880 als Pfarrer zu Wormditt in Ostpreußen tätig, wurde er 1885 als Reichskommissar abermals nach Südwestafrika gesandt, war dann von 1886–89 Inspektor der Ostafrikanischen Missionsgesellschaft in Berlin (deren »Nachrichten« er 1887 begründete und bis 1889 herausgab) und wurde im Oktober 1887 mm Lehrer des Suaheli am Seminar für orientalische Sprachen daselbst ernannt. Außer verschiedenen Aufsatzen in Zeitschriften veröffentlichte er: »Sprachführer für Reisende im Damaraland« (Sonderausgabe aus der von ihm 1887–90 herausgegebenen »Zeitschrift für afrikanische Sprachen«, Berl. 1888); »Hilfsbüchlein für den ersten Unterricht in der Suahelisprache« (2. Aufl., Leipz. 1891); »Wörterbuch der Suahelisprache« (Berl. 1891); »Sammlung von arabisch geschriebenen Suaheli-Schriftstücken« (das. 1891); »Anthologie aus der Suaheli-Literatur«, »Lieder und Geschichten der Suaheli« (das. 1893) u. a.

2) Richard, Afrikareisender, geb. 28. Sept. 1858 in Brandenburg a. d. Havel, studierte Naturwissenschaften in Berlin, beteiligte sich 1884–86 an der von der Deutsch-Afrikanischen Gesellschaft ausgesandten Kongo-Expedition unter Schulze, Kund, Tappenbeck und Wolf und drang über San Salvador nach Kassongo am Kuango vor, von dort nach Kiballa am Kongo. 1890 übernahm er die Leitung der Station Bismarcksburg in Togoland, kehrte 1891 nach Deutschland zurück und lebt gegenwärtig als Oberlehrer in Berlin. Er schrieb: »Reisen im Kongoland« (Leipz. 1890).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 3. Leipzig 1905, S. 665.
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