Bachtschissarái

[232] Bachtschissarái (»Gartenpalast«), Stadt im russ. Gouv. Taurien (Halbinsel Krim), in einem engen Tal unweit der Alma, südwestlich von Simferopol, an der Eisenbahn Charkow-Sebastopol, die alte Residenz der Tataren-Chane der Krim, besteht fast nur aus einer einzigen langen Hauptstraße von kleinen Häusern, welche die Kuppeln der Moscheen, zahlreiche schlanke Minaretts und ein Wald zierlicher, turmähnlicher Schornsteine überragen. Zu den Merkwürdigkeiten Bachtschissarais gehört der von schönen Gärten umgebene alte Palast der Chane, ungefähr in der Mitte der Hauptstraße. Der Palast, durch hohe Mauern klosterartig abgeschlossen, ward 1519 von dem Chan Abdul Sahab Ghiréi erbaut und wird sorgfältig erhalten. B. hat 9 Hauptmoscheen und 24 kleinere, eine griechische und eine armen. Kirche, 2 Synagogen, mehrere tatarische höhere Schulen, einige mohammedanische Kaffeehäuser und (1897) 12,955 Einw., meist Tataren, außerdem Griechen, Armenier, Russen, Juden und Zigeuner. Die Stadt liefert gute Messerschmiedearbeiten und besonders Saffian. Unter den Ausflügen in der Umgebung ist der interessanteste der nach Tschufut Kale (»Judenfestung«), einer uralten Stadt der Karaiten, in einer Bergschlucht zwischen abenteuerlich gestaltete Felsenmassen eingezwängt, die zahlreiche gut ausgemeißelte Höhlenwohnungen enthalten. An der Ostseite des Tales liegt das Kloster zu Mariä Himmelfahrt, erst gegen Ende des 18. Jahrh. in die Felsen hineingebaut.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 232.
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