Doni

[114] Doni, Antonio Francesco, ital. Schriftsteller, geb. 1513 in Florenz, gest. 1574 in Monselice, trat jung in den Servitenorden, entfloh aber 1540 dem Kloster, nahm die Kleidung eines Weltgeistlichen an und trieb sich in Italien umher. Schließlich ging er nach Venedig und verfaßte hier, des Broterwerbs wegen, eine Menge Schriften, denen er oft, um ihnen Absatz zu verschaffen, die seltsamsten Titel gab, und die ihm großen Ruf verschafften. Er war Mitglied verschiedener Akademien und stand zu bedeutenden Persönlichkeiten in Beziehung. Mit Aretino und Domenichi entzweite er sich bald und verfolgte sie seitdem. 1553 verließ er Venedig und verbrachte die letzten Lebensjahre in Monselice in Vergessenheit. Von seinen zahlreichen Werken sind (außer dem Novellenzyklus »La morale filosofia« und den »Marmi«) seine »Prima libraria« (Vened. 1550) und »Seconda libra-ria« (das. 1551–55; beide zusammen, das. 1557) wegen der literarischen Notizen und als erster Versuch einer italienischen Bibliographie zu erwähnen. In viele Schriften sind Novellen eingewebt, die zuerst von Gamba (Vened. 1815), vollständiger von Bongi (Lucca 1852, mit ausführlicher Biographie) gesammelt sind. Vgl. Bongi in der Ausgabe der »Marmi« (Flor. 1863); Arlia in der »Rivista bibliografica italiana«, 1900.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 5. Leipzig 1906, S. 114.
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