Jüterbog

[399] Jüterbog (Jüterbogk), Hauptstadt des Kreises J.-Luckenwalde im preuß. Regbez. Potsdam, in einem Tale des Fläming, an der Nuthe, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Berlin-Weißenfels, J.-Röderau[399] u. a., noch von einer Ringmauer mit drei Toren umgeben, hat 2 evang. Kirchen (darunter die Nikolaikirche, eine dreischiffige Hallenkirche aus dem 14. und 15. Jahrh., mit einem 6 m hohen Sakramentshäuschen aus Sandstein von 1507 und Tezels Ablaßkasten), eine kath. Kirche, ein altes Rathaus, eine Realschule, ein Mädchenrettungshaus, Amtsgericht, Tuch-, Wollwaren- und Zigarrenfabrikation, Weinbau, besuchte Viehmärkte und (1900) mit der Garnison (Mannschaften der Artillerieschießschulen) 7407 Einw., darunter 282 Katholiken und 12 Juden. Dicht dabei die beiden Dörfer Damm und Neumarkt und in der Nähe ein großer Artillerieschießplatz. – Die Gegend von J. kam um 1160 in den Besitz des Erzstifts Magdeburg; der Ort J. erhielt 1174 Magdeburger Stadtrecht. Im Vertrag von J. (21. März 1611) verzichtete Sachsen auf die Jülichschen Erbansprüche. 1648 fiel J. an Kursachsen, gehörte 1648–1746 der Nebenlinie Sachsen-Weißenfels und fiel 1815 an Preußen. Am 23. Nov. (3. Dez.) 1644 bei J. Sieg der Schweden unter Torstensson über die Kaiserlichen unter Gallas. In der Nähe das Schlachtfeld von Dennewitz (s. d.).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 10. Leipzig 1907, S. 399-400.
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