Konstantinische Schenkung

[421] Konstantinische Schenkung (Donatio Constantini), die angebliche Schenkung Kaiser Konstantins d. Gr., wonach er dem Papst Silvester zum Dank für die Befreiung vom Aussatz durch die Taufe kaiserliche Gewalt und Ehren verliehen, ihn zum Richter über Glauben und Gottesdienst bestellt sowie ihm und allen seinen Nachfolgern die Herrschaft über Rom und ganz Italien überlassen haben soll. Die wohl in der Mi: te des 8. Jahrh. zur Geltendmachung der päpstlichen Ansprüche gegenüber den fränkischen Herrschern oder zur Verteidigung gegenüber Byzanz ersonnene Fälschung fand Aufnahme in die pseudoisidorische Dekretalensammlung (s. Pseudo-Isidorus). Ihre Haltlosigkeit wurde erst 1440 durch die Schrift des Laurentius Valla: »De falso credita et ementita Constantini donatione declamatio« erwiesen. Vgl. Grauert in dem »Historischen Jahrbuch« der Görres-Gesellschaft, 1882–84; Brunner-Zeumer, Die K. Schenkungsurkunde (Berl. 1888; hier auch eine kritische Ausgabe des Textes); Friedrich, Die K. S. (Nördling. 1889); Döllinger, Die Papstfabeln des Mittelalters (2. Aufl., Stuttg. 1890); Martens, Die falsche Generalkonzession Konstantins d. Gr. (Münch. 1889); E. Mayer, Die Schenkungen Konstantins und Pipins (aus der »Deutschen Zeitschrift für Kirchenrecht«, Tübing. 1901).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 421.
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