Ledermosaik

[314] Ledermosaik, im Orient seit dem Altertum heimische Flächenmusterung aus ausgelegten oder frei aneinanderstoßen den verschiedenfarbigen Lederstücken, die durch Ziernähte verbunden sind. Die Technik bedingt geometrische Figuren oder überhaupt streng stilisierte Elemente, die der orientalischen Formensprache eigen; sie wurde, gleich der Tuchmosaik (s. d.), durch die Araber nach Spanien verpflanzt und hier als Applikationsarbeit (s. d.) in weichern Stoffen aus Samt und Seide den breitern europäischen Renaissanceornamenten nutzbar gemacht. In Ägypten, Persien, der Türkei sowie im südlichen Rußland findet die L. noch heute für Pantoffel und Hausstiefel reichliche Verwendung.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 314.
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