Marenco

[276] Marenco, 1) Carlo, Graf, ital. Dichter, geb. 1. Mai 1800 zu Cassolnuovo in Piemont, gest. 20. Sept. 1846 in Savona, studierte die Rechte, widmete sich dann aber ausschließlich der Poesie. 1828 wurde in Turin seine erste Tragödie: »Buondelmonte«. ausgeführt; danach gelangten bis 1842 noch zur Ausführung die Tragödien: »La famiglia Foscari«, »Adelisa«, »Manfredi«, »Giovannina I.«, »La Pia de' Tolommei«, »Berengario«, »Arrigo di Savoia«. Nur durch den Druck bekannt wurden: »Corso Donati«, »Ezzellino III.«, »Ugolino«, »La guerra de'baroni«, »Arnaldo da Brescia«, »Cecilia di Baone«, »Corradino«. Die »Pia de' Tolommei« behauptete sich am längsten auf der Bühne. Marencos Eigentümlichkeit ist es, auch das Volk redend und handelnd einzuführen. Religiöses Gefühl und Patriotismus sind bei ihm stark ausgeprägt. In den letzten Jahren war er Rat der Generalintendanz in Savona. Gesammelt erschienen seine »Tragedie« (Turin 1837–1844, 4 Bde.) und aus dem Nachlaß »Tragedie inedite etc.« (Flor. 1856). Vgl. Orlandi, Il teatro di Carlo M. (Flor. 1900).

2) Leopoldo, Graf, ital. Dramatiker, Sohn des vorigen, geb. 8. Nov. 1831 zu Ceva in Piemont, gest. 30. April 1899 in Mailand, brachte schon 1851 eine Tragödie: »Isabella Orsini«, mit Erfolg zur Ausführung und übernahm eine Stelle im Finanzministerium, die er jedoch bald wieder aufgab. Auch das 1860–64 in Bologna und 1864–71 in Mailand bekleidete Lehramt der italienischen Literatur entsprach nicht seinen Neigungen, und er lebte fortan ausschließlich dem dichterischen Beruf. Seine »Piccarda Donati« und die Dramen »Saffo« und »Speronella« begründeten seinen Ruhm; später pflegte er mehr das eigentliche Schauspiel. Er nahm seine Stoffe teils aus dem modernen Leben: »Celeste«, »Il ghiacciajo del Monte Bianco«, »Giorgio Gandi«, teils aus dem Mittelalter: »Il falconiere di Pietra Ardena« u. a. Er schrieb auch zahlreiche Lustspiele, darunter: »Un malo esempio in famiglia«, »Letture ed esempi«, »Lo spiritismo«, »Supplizio di Tantalo«, »Gli amori del nonno«, »Quel che nostro non é« (1877). Zuletzt wendete er sich ohne Erfolg der sozialen Komödie zu.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 276.
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