Packmaschine

[294] Packmaschine, Maschine zum Verpacken von Gegenständen in zum Versand geeignete Umhüllungen oder Behälter. Beim Verpacken von körnigem, pulverförmigem etc. Material wird in der Regel das Einschlagpapier zu einer oben offenen Hülle zusammengelegt, diese mit dem Material gefüllt und dann geschlossen. Das Herstellen, Füllen und Verschließen der Pakete geschieht in den Öffnungen oder Formen von ruckweise drehbaren Trommeln, so daß gleichzeitig die verschiedenen Arbeitsvorgänge an mehreren Paketen während des jeweiligen Stillstandes der Trommeln vorgenommen werden. Oft sind an derartigen Maschinen noch selbsttätige Papierzuführungen, Druck- und Abschneidevorrichtungen für das Papier, Wiege- und Meßvorrichtungen für das einzufüllende Material und Auswerfvorrichtungen für die fertigen Pakete vorgesehen, so daß nach dem Anlassen der Maschinen alle zum Verpacken nötigen Arbeiten selbsttätig von der Maschine verrichtet werden. Bei Füllmaschinen für zähe Flüssigkeiten (Stiefelwichse, Salben etc.) wird die durch ein Rührwerk in Bewegung gehaltene Masse aus einem heizbaren Sammel- oder Herstellungsbehälter unter ständigem Druck durch regelbare Austrittsdüsen den einzelnen Aufnahmebehältern oder Tuben zugeführt. Packmaschinen für Säcke und Fässer dienen im einfachsten Fall zum Offenhalten der Säcke während des Füllens. Sie bestehen in der Regel aus einem den Sackweiten entsprechend einstellbaren und in der Höhenrichtung verstellbaren Ring, an dem der Sack aufgehängt wird. Bei den Maschinen zum selbsttätigen Füllen von Säcken und Fässern wird das Füllgut meistens mittels einer Transportschnecke den Behältern zugeführt und in diesen mittels eines Stampfwerkes oder einer Preßvorrichtung verpackt. Um hierbei eine Packung von gleichmäßiger Dichte zu erzielen, ist der Sackträger oder die Preßvorrichtung senkrecht verschiebbar gelagert, so daß sie sich der jeweiligen Höhe des schon eingepackten Materials entsprechend selbsttätig verstellen. Besondere Maschinen dienen dann noch zum Verschließen der gefüllten Säcke oder Fässer. Zum Füllen pulverförmiger oder teigartiger Stoffe in patronenartige Hüllen bedient man sich häufig einer Zentrifuge, deren Korb mit Röhren oder Mundstücken versehen ist, mit denen die zu füllenden Patronen lösbar verbunden werden. Die zum Einpacken, Einwickeln, Verpacken dienenden Maschinen bestehen im einfachsten Fall aus zwei gegeneinander verschiebbar angeordneten Platten, zwischen denen die Waren zusammengepreßt und dann mit einer geeigneten Verschnürung versehen werden. Das Zusammen pressen der Platten erfolgt durch Kniehebel, Schraubenspindel, hydraulische Presse etc. Bei Maschinen zum Herstellen von Zeitungsbündeln werden die einzeln zugeführten Pakete, auch wenn sie verschiedene Höhe besitzen, durch stets gleichmäßigen Druck automatisch zusammengepreßt und mit Bindeschnur umwickelt. Das Einschlagen von festen Gegenständen, namentlich von prismatischer Gestalt, geschieht auch häufig in den Formen von ruckweise drehbaren Trommeln. Besondere Spezialmaschinen, namentlich für Massenbetrieb, haben sich für bestimmte Artikel herausgebildet, so z. B. Maschinen zum Verpacken von Zeitungen, die mit Hilfe von Falzmessern mehrfach gefaltet und dann in Papier eingeschlagen oder zusammen mit dem Verpackpapier zu einer versandfähigen Rolle aufgewickelt werden. Maschinen zum Verpacken von Zigaretten und dergleichen zylindrischen Körpern haben große Ähnlichkeit mit den Maschinen zum Füllen und Schließen von Paketen. Die Zigaretten werden aus einem Sammelbehälter den vorher selbsttätig fertiggestellten Schachteln zugeführt, die hierauf verschlossen werden. Die Arbeitsvorgänge spielen sich in den Formen von ruckweise bewegten Trommeln ab. Besondere Vorrichtungen und Maschinen sind zum Verpacken von Briketts, zum Aufrollen von Metallblättern mit ihrem Packpapier, zum Ordnen und Aufstecken der Nadeln auf Papier und zum Herstellen von[294] schlauchartigen Umhüllungen für die Nadeln gebaut worden. Bei den Vorrichtungen zum Bündeln von Holz, Faschinen etc. werden die zu verpackenden Gegenstände zwischen den maulförmigen Öffnungen von doppelarmigen Hebeln zu Bündeln zusammengepreßt und durch Schnüre, Ketten, schmale eiserne Bänder, die durch besondere hebelartige Werkzeuge kräftig angezogen und mit den Enden verbunden werden, fest umwickelt. Packhüllen für Flaschen werden aus zu Hohlzylindern aufgerollten Stücken aus Wellpappe zwischen Patrize und Matrize zu den gewünschten Formen gepreßt oder aus miteinander vernähten Strohhalm en, Binsen etc. hergestellt.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 294-295.
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